Die Suche geht weiter

Erste Münzfunde geben Anlass zur Hoffnung auf Klärung der Identität

Arqueonautas Chef Graf Sandizell fährt nach Mosambik. Die Suche geht in die heiße Phase. Nach der ersten kostbaren Bronzekanone hat sein Team noch drei weitere entdeckt.

An Bord der Zanj wartet Alejandro Mirabal. Der Archäologe und seine Tauchercrew sind seit Wochen auf See. Sie haben Überreste eines Ruders geortet und glauben deshalb, die Heckpartie des Wracks lokalisiert zu haben. Ein gutes Jahr Arbeit kostete es Arqueonautas, vom ersten Anker bis zur vermeintlichen Endstation der Sao José, eine vier Kilometer lange Spur zu verfolgen.

Dem Meer ausgeliefert

Der Archäologe Mirabal glaubt nun, die letzten Stunden des Flaggschiffs nachvollziehen zu können. Strömung und Winde trieben das schwer zerstörte Schiff nach Nordwesten. Verzweifelt warf die Mannschaft Anker und Kanonen über die Reling, um nicht zu sinken. Doch das half nicht. Von ihrer Flotte verlassen, war die Sao José den Feinden und dem Meer ausgeliefert.


Nach sechsstündiger Fahrt hat die Zanj das Infusse Riff erreicht. Unverzüglich beginnen die Vorbereitungen: Zeit ist Geld - beides muss genau kalkuliert werden. Zwei Tauchgänge pro Tag sind geplant. Auch für Sandizell. Der Gründer von Arqueonautas stieß vor Jahren beim Tauchen in der Karibik zufällig auf ein geheimnisvolles Wrack. Dieses faszinierende Erlebnis war Initialzündung für seine Firmenidee. Seitdem hat Sandizell das Fieber nicht mehr losgelassen - 150 Schiffe hat er mittlerweile betaucht, 15 davon geborgen.

Finanzielles Risiko

Sein Team ist eingespielt, viele sind seit langer Zeit mit dabei. Die Taucher stammen aus Argentinien, Südafrika, Kuba, Frankreich, und Israel. Die gemeinsame Suche in den entlegenen Weiten des Indischen Ozeans hat sie zusammen geschweißt. Für Sandizell steht das Vertrauen der Aktionäre auf dem Spiel - die Expedition muss sich rentieren. Das finanzielle Risiko ist enorm - denn das Abenteuer kann leicht zum Schlag ins Wasser geraten. Die Anteilseigner der Firma wollen so schnell wie möglich Erfolge sehen - das schafft Druck, dem das Team täglich ausgesetzt ist.

Die Suche muss weitergehen

Nach schleppendem Suchbeginn schlägt der Metalldetektor an. Was für den Laien wie bewachsene Muscheln aussieht, erkennt der Profi mit bloßem Auge: Es sind alte Silbermünzen. Sofort beginnen erste Spekulationen: Was mögen die Münzen wert sein? Stammen sie aus der richtigen Zeit? Die starke Strömung hat die Sedimentschichten sehr hart gemacht. 18.000 Münzen aus der Tiefe zu holen bedeutet eine gewaltige Herausforderung.
Erste Expertisen an Bord ergeben: Es handelt sich um spanische Reales, gängiges Zahlungsmittel jener Epoche, in der Portugal mit Spanien verbunden war. Doch erst wenn sie gereinigt sind, wird sich ihr Prägedatum offenbaren - und damit die Antwort auf die Frage, ob sie vor vierhundert Jahren hier untergingen. Auch wenn die Crew mit dem bisherigen Verlauf zufrieden sein kann, um Sicherheit zu erlangen, dass es sich um den Münzschatz der Sao José handelt, fehlen noch einige Dinge. Zum Beispiel Artefakte wie Schmuckstücke, Fernrohre oder Tintenfässer, die mehr über die Identität eines Schiffes verraten und die sich üblicherweise in der Nähe des Laderaums finden. Die Suche muss also weitergehen.

Nach einer Woche nähert sich die erste Expedition ihrem Ende. Trotz aller Anstrengungen hüllt sich der Meeresboden noch immer in Schweigen und gibt außer den wenigen Münzen keine Artefakte preis. Als sie schon nicht mehr daran glauben entdecken sie schließlich ein Stück Holz. Vielleicht stammt es von den Planken und könnte helfen, das Alter des Wracks zu bestimmen. Neben Seriennummern von Kanonen und Münzinschriften eine dritte Möglichkeit, das Schiff doch noch als Sao José zu identifizieren.

Klimatische Spuren

Das Holz wird zum Deutschen Archäologischen Institut nach Berlin geschickt, erste Adresse für Dendrochronologie. Die Wissenschaft untersucht das Alter von Holz. Während der Baumstamm wächst, brennen sich klimatische Spuren ein und hinterlassen einen unverwechselbaren Fingerabdruck. Mit seiner Hilfe können Ort und Zeit der Baumfällung halbjahresgenau ermittelt werden. Dendrochronologie misst Anzahl und Abstände der Jahresringe. So entsteht ein Muster, das mit den gespeicherten Daten aus der ganzen Welt abgeglichen werden kann. Doch das Holz aus Mosambik weist nicht genügend Jahresringe auf, um eine verlässliche Aussage zu treffen: Sein Muster passt auf keine der vorhandenen Daten.

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