Die Todesfahrt der Yamato - Tragödie im Pazifik

Der Untergang eines Superschiffes

Vor mehr als 70 Jahren entwickelte Japans Elite eine Superwaffe für den Zweiten Weltkrieg: Die "Yamato" sollte das größte und stärkste Schlachtschiff aller Zeiten werden. In der Schlacht von Okinawa sollte sie die US-amerikanische Invasionsflotte angreifen und so die Verteidigungslinien der Insel entlasten. Doch sie ging im Bombenhagel unter - und explodierte schließlich.

Luftaufnahme der "Yamato"
Luftaufnahme der "Yamato" Quelle: ZDF

Als am Morgen des 7. April 1945 Konteradmiral Kosaku Ariga, Kommandant der "Yamato", den Befehl zum Auslaufen erhält, ist der Pazifikkrieg bereits entschieden. Die Kaiserliche Japanische Armee muss sich auf Verteidigung beschränken - Munition und Treibstoff sind knapp. Die "Yamato", das größte Schlachtschiff aller Zeiten, soll in der Schlacht von Okinawa die US-amerikanische Invasionsflotte angreifen und so die Verteidigungslinien der Insel entlasten. "Ten-Ichi-Go", so der Name der Kamikazemission, bedeutet das Ende des Schlachtschiffes.

Geheimer Bau des Superschiffs

Die "Yamato" wird 1942 in Kure unter strengster Geheimhaltung gebaut. Sogar vom sonst feierlichen Stapellauf ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der amerikanische Feind soll nichts von den unvorstellbaren Ausmaßen des Schiffs ahnen.
Doppelt so groß wie jedes andere Kriegsschiff, ist die "Yamato" mit drei Geschütztürmen ausgestattet; die Kanonen verfügen über eine Reichweite von unglaublichen 25 Meilen. Die Torpedos sind so schwer wie Autos und eine Rundumpanzerung lässt sie unverwundbar erscheinen. Die "Yamato" gilt als unsinkbar.

Bombenhagel auf die "Unsinkbare"

Doch dieses Attribut erweist sich als falsch. Bereits wenige Stunden nach dem Auslaufen wird die "Yamato" von der US-Navy geortet. Kurz darauf greifen 386 amerikanische Flugzeuge, die von nahe gelegenen Flugzeugträgern gestartet sind, den Stolz der Kaiserlichen Armee an. Zwei Stunden lang wird die "Yamato" bombardiert. Auf Deck brechen Feuer aus, dennoch kann das Schiff den Angriffen zunächst standhalten.

Explosion an Bord der Yamato Quelle: ZDF

Doch nach 13 Torpedo- und acht Bombentreffern ist das Schicksal des Schlachtschiffs besiegelt. Um 14.23 Uhr sinkt die "Yamato" und wird durch eine Explosion im Magazin für die Hauptgeschütze in zwei Teile gerissen. Mehr als 2000 japanische Seeleute finden den Tod. Nur 269 überleben die Schlacht im Südchinesischen Meer.

Unterwasser-Forschung

1985 wurde das Wrack geortet und kartografisiert. Mit modernster Technik wurde 14 Jahre später eine genauere Untersuchung der "Yamato", die in 340 Metern Tiefe liegt, vorgenommen. Sie soll näheren Aufschluss geben über die Ursache des Sinkens. Wie und an welchen Stellen konnte die gepanzerte Hülle durchdrungen werden? Das internationale Team aus Tauchern und Marinehistorikern wird bei seinen Arbeiten an Bord des Forschungsschiffes mit der Kamera begleitet.

Beleuchtete kaiserliche Blüte unter Wasser Quelle: ZDF

Die Tauchfahrten im hochmodernen Mini-U-Boot zeigen spektakuläre Bilder vom Wrack des Schlachtschiffs. Computersimulationen veranschaulichen den Untergang der vermeintlich Unsinkbaren. Japanische Augenzeugen und amerikanische Piloten berichten in Interviews von ihren persönlichen Gefühlen und Erlebnissen in den letzten Stunden der "Yamato", die mit ihrem Untergang das Ende des Pazifikkriegs zur See besiegelte.

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