Die Truro Company

Terra X - Der Fluch von Oak Island

1849 trat die neu gegründete "Truro Company" mit Anthony Vaughan als Berater an. Von den ursprünglichen Entdeckern lebte damals nur noch er. Modernstes Gerät wurde herangeschafft.

Der Hauptstollen war zunächst noch frei von Wasser. Aber als die Arbeiter den Schutt bis in 26 Meter Tiefe weggeräumt hatten, stieg es wieder an. Auch diesmal konnte der Schacht nicht leer gepumpt werden.

Einfluss der Gezeiten

Ein neu entwickelter Löffelbohrer brachte neben Kokosfasern ein paar Metall- und Holzsplitter herauf. Er drang durch eine weitere Lage von Stämmen. Dann stieß er nach 31 Metern noch einmal in Holz. Es war genau das Holz, was 40 Jahre zuvor schon von der damaligen Expedition angebohrt worden war. Auch jetzt glaubten die Männer, das seien die Schatztruhen und von ihrem Glück trenne sie nur noch ein wenig Erde und viel Wasser. Dann stürzte einer der Arbeiter in die Grube. Erst da merkte man, dass das Wasser salzig war und sich mit den Gezeiten des Meeres hob und senkte. Daraufhin erkundeten sie die Ostspitze der Insel. Überall sickerte Wasser hervor - direkt über der Ebbemarke. Unter Sand und Steinen legte man eine fünf Zentimeter dicke Matte aus Kokosfasern frei. Darunter fand sich eine zweite feste Steinschicht. Vielleicht hatten Stürme im Lauf der Jahre all das angeschwemmt.

Bergbautechnisches Projekt

An der Küste machten die Forscher eine unglaubliche Entdeckung: Der ganze Küstenabschnitt war von Menschenhand künstlich angelegt worden. Unter der Steinschicht im flachen Wasser führten fünf kastenförmige Kanäle mit leichtem Gefälle zum Ufer. Das fächerförmige System mündete in einen Hauptkanal. Bei Flut schoss das Meerwasser hindurch und vermutlich weiter in einen unterirdischen Stollen unter der gut 150 Meter entfernten Schatzgrube. Diese kunstvolle Anlage war sicher nicht das Werk von Piraten, sondern ein aufwendiges, bergbautechnisches Projekt. Wer aber hatte die nötige Erfahrung, um so etwas zu bauen?

Pioniere aus Halifax

Im nahen Halifax gab es ein Fort der Briten. 1778, im Unabhängigkeitskrieg, wollte ihr Oberbefehlshaber für Nordamerika mit der millionenschweren Kriegskasse dorthin fliehen. Denn es bestand die Gefahr, dass Rebellen seinen Stützpunkt New York eroberten. Pioniere hatten in Halifax mit einer Truppe erfahrener Bergleute bereits einen unterirdischen Tunnel gebaut. Ließ der Kommandant mit deren Know-how auch die komplizierte Anlage von Oak Island vorsorglich als Versteck anlegen? Wenn die Engländer den Schacht wirklich konstruiert hatten, benutzt haben sie ihn nie. Die Kasse blieb in New York. Und nach den Unterlagen der Armee fehlten auch nirgendwo Millionen, die etwa heimlich beiseite geschafft wurden. Für die Pioniere hätte es also keinen Sinn gemacht, eine leere Grube zu versiegeln.

Raffinierte Konstruktion

Die Anlage ist eine kunstvolle Falle. Der geniale Erfinder ließ einen aufwendigen Fangdamm errichten und dann auf dem trockenen Grund die Flutkanäle bauen. In einer tiefen Grube, etwa im Zentrum der Insel, wurde der Schatz sicher verstaut und der Schacht wieder aufgefüllt. Die massiven und mit kittartigem Lehm abgedichteten Holzlagen wirkten wie ein Vakuumverschluss. Der Druck des Luftpolsters verhinderte das Eindringen von Wasser. Eine raffinierte Konstruktion. Die Falle war gestellt und wartete auf Ahnungslose, die versuchen würden, an die Reichtümer heranzukommen. Anschließend trug man den Damm wieder ab, und nichts war mehr zu sehen. Die "Truro Company" errichtete an der gleichen Stelle nun auch einen Fangdamm. Kaum war er fertig, spülte ihn der Atlantik fort. Für einen neuen Damm fehlte das Geld. So entschloss man sich zu einem radikalen Schritt. Die Arbeiter sollten den Schacht untertunneln, um so den Schatz zu heben. Eines Tages erschütterte eine Explosion die Grube. Danach waren die beiden vermeintlichen Kisten abgesackt und noch tiefer unter Schlamm und Wasser begraben. Da musste auch die "Truro Company" aufgeben.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet