Die Verbotene Stadt

Einblicke in das chinesische Machtzentrum

Nach siebzehnjähriger Bauzeit war 1420 der neue Palastkomplex im Norden Pekings, der aufgrund der leuchtenden Mauern die Bezeichnung Zijincheng ("Purpurne
Verbotene Stadt") erhielt, bezugsfertig. Angefangen mit dem Ming-Kaiser der Yongle-Ära sollten alle Kaiser der Ming und auch der folgenden Qing-Dynastie dort residieren.

Chinesischer Kaiser zieht in die Verbotene Stadt ein

Puyi (1905-1967), der zehnte Kaiser der Qing, lebte sogar nach der offiziellen Abdankung am 12.02.1912 bis 1924 standesgemäß, aber streng bewacht im Kaiserpalast. Anschließend wurde die Verbotene Stadt in ein öffentliches Museum und Geschichtsdenkmal umgewandelt.

Komplexe Riten

Ein Wassergraben und eine Mauer riegeln den Palastkomplex von der restlichen Stadt ab. Der Zugang erfolgt durch das mehrfach gegliederte Mittagstor. Komplexe Riten regelten den Zugang und das Leben im Kaiserpalast. Nur der Kaiser durfte den mittleren Eingang benutzen, während Prinzen, hohen Beamten und Generälen jeweils entsprechende Seitentore zugewiesen waren.

Die Anlage der Verbotenen Stadt manifestiert bis ins Detail die zentrale Stellung des Kaisers als Himmelssohn und Mittler zwischen Himmel und Erde. Es war seine Aufgabe, durch die Befolgung der Riten die im Kosmos und auf der Erde korrelierende Ordnung zu wahren. Eine Hauptachse sowie mehrere kleinere Nebenachsen durchziehen den Palastkomplex von Süden nach Norden. Der Innere Goldwasserfluss beschreibt einen Bogen von Nord nach Süd. Fünf Marmorbrücken geben den Weg frei auf das Tor der Höchsten Harmonie. Dahinter befinden sich, erhoben auf einer Terrasse, drei große Hallen, die das Zentrum der Anlage bilden.

Abgeschirmt durch Eunuchen

Die vordere Halle der Höchsten Harmonie fungierte als Thronsaal. Auf dem 30.000 Quadratmeter großen Platz bezeugten bis zu 20.000 Beamte und Würdenträger dem Kaiser durch einen Kotau ihren Respekt, indem sie sich vor ihm niederwarfen und mit dem Kopf den Boden berührten. Im hinteren nördlichen Teil der Palastanlage befanden sich die Innengemächer mit den Wohnstätten der kaiserlichen Familie. Der Kaiser, seine Kaiserinnen, Konkubinen und Hofdamen lebten hier abgeschirmt durch die Eunuchen.

Ein kaiserlicher Garten diente ganz im Norden als Ort der Ruhe. Insgesamt umfassen die Mauern der Verbotenen Stadt 720.000 Quadratmeter. Gewaltige Holzsäulen tragen die geschwungenen mit den neun apotropäischen Fabeltieren an den Firsten verzierten und glasierten Dächer der Verbotenen Stadt, die sich ursprünglich weit sichtbar über der ansonsten niedrig bebauten Hauptstadt erhoben.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet