Die Verschwörung des Piso

Eine Sklave lässt die Pläne auffliegen, die Rache wird bitter

Wegen seiner aufwändigen Massen-Belustigungen ist der Kaiser beim Volk sehr beliebt. Doch getragen von der trügerischen Jubel-Welle verliert Nero die kritische Opposition aus dem Blick.

Bis zum Jahr 65 hat Rufus, der zweite Präfekt der Prätorianergarde, unter Tigellinus' Beleidigungen und Verleumdungen gelitten und mitangesehen, wie dieser immer mächtiger wird und ständig mehr Einfluss auf den haltlosen Kaiser ausübt.

Ein einfacher Plan

Rufus führt den Verschwörern unter den unzufriedenen Aristokraten wichtige Mitglieder der kaiserlichen Leibwache zu. Die Verschwörer werden von dem Senator Scaevinus angeführt und haben einen einfachen Plan: Sie wollen den Kaiser durch den Senatoren Gaius Calpunis Piso ersetzen. In ihren Augen ein idealer Kandidat. Nero ist zwar das letzte thron-berechtigte Mitglied des alten julisch-claudischen Adels, doch Piso kommt aus einem erlauchten Adelsgeschlecht der Republik. Er ist ein Politiker, der sogar Nero zu seinen Freunden zählt, doch jetzt ist er im Begriff, diese Freundschaft zu verraten.

Nun gilt es zu handeln. In einer geheimen Versammlung berät man darüber, wie Nero getötet werden soll. Ein Vorschlag ist, ihn in Pisos Luxusvilla einzuladen, doch dieser weigert sich die heilige Bande der Gastfreundschaft zu entweihen. Schließlich einigen sich die Verschwörer, bei den Spielen im Circus Maximus zuzuschlagen, einem Ereignis, bei dem der Kaiser mit hoher Wahrscheinlichkeit zugegen sein würde. Auch Seneca wird in die Pläne eingeweiht, stimmt den Plänen zwar zu, lehnt aber jede aktive Mithilfe an dem Mordkomplott ab.

Milichus deckt die Verschwörung auf



Am Vorabend des geplanten Verbrechens unterzeichnet Scaevinus sein Testament und regelt seine Angelegenheiten. Er lässt sogar seine Sklaven frei. Einer davon ist Milichus, er erhält von seinem Herrn zwei letzte Aufträge: Er soll den Scaevinus' Dolch schärfen und Verbandszeug bereitlegen. Milichus hatte schon zuvor seltsame Dinge im Hause seines Herrn Scaevinus beobachtet. Nun zählt er eins und eins zusammen und hofft, sich mit seinem Wissen Vorteile zu verschaffen.

Am nächsten Tag sucht Milichus den Kaiser persönlich auf, um ihn von seinem Verdacht zu berichten. Zunächst lässt man ihn nicht vor, aber er bleibt hartnäckig und erhält die gewünschte Audienz. Er unterrichtet Nero von dem Vorhaben des Scaevinus' und zeigt ihm sogar den Dolch, mit dem er ermordet werden soll. Scaevinus wird sofort festgenommen und in den Kaiserpalast gebracht. Doch der Senator bleibt zunächst gelassen und bestreitet alle Anschuldigungen. Tigellinus und Nero glauben ihm, die Gefahr scheint abgewendet. Doch dann meldet sich Milichus noch ein letztes Mal zu Wort: Er habe, so behauptet er, gesehen wie sich der Ritter Natalis ausführlich mit Scaevinus besprochen habe.

Gnadenlose Rache



Natalis wird als nächstes verhört. Unter der Androhung der Folter gibt er die Namen weiterer Verschwörer preis. Er denunziert Piso und bringt auch Seneca ins Spiel. Die Verschwörung wird aufgedeckt, auch Scaevus nennt weitere Namen. Nero ist erschüttert und entsetzt. Es kränkt ihn zutiefst, dass es so viele Leute auf sein Leben abgesehen haben. Der Terror, der nun folgt, lässt keine Zweifel aufkommen, dass Neros Regime in Tyrannei umschlägt. Die Rache des Herrschers ist gnadenlos. Umgehend schwärmen Neros Schergen aus, töten tatsächliche wie vermeintliche Verschwörer oder zwingen sie zum Selbstmord. So erhält auch der von Nero immer noch sehr geschätzte Seneca den Selbstmord-Befehl. Mit ihm stirbt der letzte kritische Ratgeber aus Neros persönlichem Umfeld.

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