Die versunkene Wüstenstadt

Sagenhaftes Ubar

Eine Oase war so reich und mächtig, dass sogar der Koran von ihr erzählt: die Stadt Ubar. Lawrence von Arabien nannte sie das "Atlantis der Wüste".

Die Bewohner von Ubar gehörten zum Volk der Ad, sie siedelten an der Weihrauchstraße am Rand von Rub al-Khali, dem "leeren Viertel", und gelangten durch Handel zu sagenumwobenen Reichtum.

Wunderschöner Ort

Die heiligen Schriften und die mündlichen Überlieferung der Beduinen förderten die Legenden um die versunkene Stadt in der Wüste. Von mittelalterlichen Autoren wurde Ubar mit dem Paradies verglichen. Die Oase war der Stolz eines stolzen Königs - Shaddad, ein Enkel Noahs, der sie zu einem wunderschönen Ort mit herrlichen Gärten und verschwenderischen Palästen ausgebaut haben soll. Der Legende nach zerstörte Gott Ubar 300 nach Christus als die Bewohner den Glanz des Goldes mehr achteten als die Worte seines Propheten. Als der Morgen kam, ward nichts übrig als Sand und Ruinen.

Bis vor wenigen Jahren schien Ubar eine Fata Morgana - dann jedoch enthüllten Satellitenbilder uralte Karawanenwege. Unter dem Sand fanden amerikanische Forscher die Überreste einer großen Siedlung. Jansen ist damit betraut, die Siedlungsreste des vermeintlichen Ubar zu untersuchen und zu konservieren. Die Forscher wollen sich gemeinsam die Ausgrabungsstätte ansehen. Auf den alten Karawanenwegen geht es bei Temperaturen von über 50 Grad ins "leere Viertel" hinein - die größte Sandwüste der Welt. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zog sie Forschungsreisende magisch an. Alle waren sie gekommen, den Dünen ihre gut behüteten Geheimnisse zu entlocken. Die Wüstenlandschaft erstreckt sich über tausende von Kilometern über den Süden der arabischen Halbinsel.

Mauerreste im Sand

Neben einer verfallenen Siedlung tauchen Mauerreste im Sand auf. Systematische Grabungen begannen erst durch amerikanische Archäologen in den 90er Jahren. Um das Wasserloch herum ist die gesamte Felsstruktur eingebrochen. Für die Amerikaner war die Entdeckung des sagenhaften Ubar schnell ausgemacht - eindeutige Beweise aber fanden sie nicht. Jansen sieht das skeptisch, denn die Stadtanlage Ubars muss von beträchtlicher Größe gewesen sein. Doch die gegenwärtig freigelegten Siedlungsreste können den legendären Maßen kaum gerecht werden. Die geringe Dicke der Schutzmauer lässt auf eine Wasserstelle schließen, die von Beduinen zur Versorgung der Handelskarawanen auf der einstigen Weihrauchstraße genutzt wurde.

Von Beduinen erfährt Jansen, dass in der Nähe der Ausgrabungsstätte ein ganz ungewöhnlicher Platz läge. Der Wissenschaftler macht sich gleich auf den Weg, um den Hinweisen der Beduinen nachzugehen und ist überwältigt. Der gesamte Boden ist geradezu übersät mit neolithischen Werkzeugen und Waffen. Bearbeitete Speerspitzen, Schaber und Keile. Die Bearbeitungsspuren sind eindeutig. Die verschiedenen Farben zeigen die unterschiedliche Herkunft der Fundstücke an. Der Fülle nach zu urteilen, muss hier eine große Siedlung gewesen sein. Lag hier ein großer Umschlagplatz mitten in der Wüste? Oder sind es Überbleibsel von Kriegen, die vor vielleicht schon 5000 Jahren um das Wasser geführt wurden?

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