Die Zukunft des Lebens

Welche Wege geht die Evolution?

Wie die Erde der Zukunft aussieht, darüber können die Wissenschaftler nur spekulieren. Klimawandel aufgrund des Treibhauseffekts, Kontinentaldrift, Veränderungen in der Sonnenaktivität – das und vieles mehr wird die Erde in Millionen von Jahren zu einem fremden Planeten machen. Ändern sich aber die Umweltbedingungen, beeinflusst das auch Flora und Fauna. Denn die Evolution steht nie still,und in Zukunft sind vielleicht ganz andere Eigenschaften zum Überleben nützlich.

Kolibri auf Schmetterlingsblütler
An den Schnäbeln der Kolibris lässt sich die Evolution der Arten studieren.

In Millionen von Jahren werden Tiere und Pflanzen völlig anders aussehen als heute. Dass wir von dieser Zukunft etwas ahnen, haben wir einem Mann zu verdanken, der 1831, erst 22-jährig, zu einer langen Reise aufbrach: Charles Darwin. An Bord der HMS Beagle reiste er um die ganze Welt, nach Südamerika, Australien und Afrika, um die göttliche Schöpfung zu erkunden und das Wunder des Lebens verstehen. Die Eindrücke, die er dabei sammelte, führten ihn zu einer revolutionären Erkenntnis: Tiere können sich trotz großer Ähnlichkeit in bestimmten Merkmalen deutlich unterscheiden, wie zum Beispiel Finken in der Schnabelform.

Selektion am Beispiel der Kolibris

Darwin entwickelte eine Theorie, die alle großen und kleinen Unterschiede der Arten erklären konnte: die Evolution. Mutation und Selektion – Veränderung und Auslese – sind die Prinzipien der Evolution und der Grund für die Verschiedenartigkeit des Lebens. Sie führen dazu, dass zum Beispiel Kolibris unterschiedliche Schnäbel haben. Die Schnabelvariationen spiegeln die Vielfalt der Blüten wider, in denen Kolibris ihre Nahrung suchen. Wer an den Nektar der Blütenpflanzen will, muss den Pflanzen einen Dienst erweisen: Er soll ihre Pollen verbreiten. Dafür muss der Kolibri mit seinem Kopf an die Staubgefäße stoßen. Die Blüten sind so geformt, dass der Schnabel einer bestimmten Kolibriart gerade so hineinpasst. Und der Schnabel hat die ideale Form, um den Nektar tief im Blütenkelch zu erreichen.

Darwin zeichnet Insekt nach Vorlage einer Orchideenblüte
Darwin sagte ein Tier voraus, das diese Orchideenart bestäubt.

Kolibris und Blütenkelche haben sich miteinander immer weiter entwickelt, immer spezifischer wurden die Partnerschaften. Dadurch kommen sich verschiedene Arten bei der Nahrungssuche nicht in die Quere und sichern gleichzeitig die Bestäubung der unterschiedlichsten Blüten. Mit seiner Theorie war Darwin in der Lage, Tiere zu beschreiben, die er gar nicht gesehen hatte. So studierte er eine Orchidee, die ihren Nektar in einem Sporn von mehr als 20 Zentimeter Länge sammelt. Darwin sagte voraus, dass irgendwann ein Tier gefunden werde, das diese Blüte bestäubt und dazu mit einem ebenso langen Saugrüssel ausgestattet sein müsse. Und tatsächlich entdeckte man im Jahr 1905, 43 Jahre später, einen Schwärmer mit einem 22 Zentimeter langen Rüssel. Der Schmetterling wurde Xanthopan morganii praedicta getauft – „praedicta“ bedeutet „vorhergesagt“.

Fremde Welten, fremde Wesen

Mit seiner kühnsten These erregte Darwin den größten Aufruhr: Auch der Mensch ist Teil der Evolution. Mit den Schimpansen verbinden uns gemeinsame Vorfahren. Und weil die Evolution nie stillsteht, wird sich in Darwins Vorstellung auch der Mensch weiterentwickeln. In Zukunft sind vielleicht einmal ganz andere Merkmale nützlich, sollten sich die Umweltbedingungen ändern.

Das Mittelmeer aus Salzwüste (Animation)
Irgendwann wird sich das Mittelmeer in eine Salzwüste verwandelt haben.

Das Angesicht der Erde wird sich verändern und Anpassungen der Tierwelt notwendig machen. Denn die Kontinentaldrift – die Bewegung der Kontinente auf der Erdkruste – geht immer weiter. Stetig schiebt sich die Kontinentalplatte Afrikas gegen die europäische Platte. Einige Forscher vermuten, dass sich in Millionen Jahren die Meerenge von Gibraltar schließen könnte. Ohne Verbindung zum Atlantik würde das Mittelmeer austrocknen. Zurück bliebe eine Salzwüste, in der spezialisierte Lebewesen wie Salzfliegen prächtig gedeihen könnten. Insektenfressende Reptilien mit der passenden Ausstattung ernährten sich von diesen Fliegen. Für sie könnte die Salzwüste zum Schlaraffenland werden.

Das Leben der Zukunft: Niemand kann genau vorhersagen, wie es aussehen wird. Es gibt unendlich viele Pfade, die die Natur einschlagen kann. Seit Charles Darwin aber kennen wir das Geheimnis der Evolution und wissen, dass das Leben auf unserem Planeten eine Zukunft hat.

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