Diktator auf Lebenszeit

Cäsars Sieg bedeutet das Ende der Republik

Von der Schlacht bei Pharsalus hängt das Schicksal der Republik ab. Die bessere Strategie entscheidet über Sieg oder Niederlage - unabhängig von der Truppenstärke. Sonst hätte Cäsar von vornherein keine Chance.

Während Cäsars Infanterie die erste republikanische Reihe attackiert, hält Pompeius seine Kavallerie noch zurück. Mit seinem Fußvolk muss er vorsichtig agieren. Es besteht zum Teil aus fremden Hilfstruppen, die er kaum kennt und deren Treue er nicht sicher ist.

Tödlicher Trumpf

Noch ist für Pompeius der richtige Moment nicht gekommen, seine stärkste Waffe einzusetzen: die Kavallerie. Der Boden bebt, als 6000 Schlachtrösser auf Cäsars Reiterei zuhalten. Das bevorstehende Gefecht scheint reine Formsache. Zunächst verläuft der Kampf wie erwartet. Cäsars Kavallerie, die beste des Imperiums, schlägt sich beachtlich, muss aber der Übermacht bald nachgeben. Erst im letzten Moment spielt Cäsar seinen tödlichen Trumpf aus.

Fassungslos muss Pompeius das Versagen von Labienus und seinen berittenen Abteilungen ansehen. Keiner der beiden Kommandeure versucht, das Blatt noch einmal zu wenden, obwohl ihr Heer immer noch doppelt so groß ist wie das Cäsars. Der große Pompeius gibt kläglich auf und flieht. Cäsar feiert seinen größten Triumph, er hat den Bürgerkrieg endgültig zu seinen Gunsten entschieden. Für Pompejus, den einst gefeierten Feldherrn, bedeutet die Schlacht von Pharsalus die Niederlage seines Lebens. Er flieht in Begleitung von 30 Reitern, in der Hoffnung eine neue Offensive starten zu können. Doch dazu kommt es nicht mehr.

Unrühmliche Abgänge

Wenig später fällt Pompeius in Ägypten einem Attentat zum Opfer. Labienus setzt den Kampf gegen Cäsar, seinen einstigen Feldherrn, fort. Er stirbt gegen Ende des Bürgerkrieges in der Schlacht bei Munda. Cato kann den Sieg seines Erzfeindes nicht verwinden. Ein Jahr nach Pharsalus nimmt er sich das Leben. Marcellus wird von Cäsar begnadigt, findet jedoch später unter mysteriösen Umständen den Tod.

Cäsar erhebt sich selbst zum Diktator auf Lebenszeit. Damit beendet er die Republik und wird de facto Roms erster Kaiser. Er hat hoch gepokert und gewonnen. Doch am Ende hat er überreizt. Anfang des Jahres 44 vor Christus formieren sich seine Feinde erneut. Für den 15. März ist eine Sitzung des Senats anberaumt. Eine Reihe von Senatoren möchte an diesem Termin nur einen geheimen Programmpunkt ihrer höchst persönlichen Tagesordung erledigen.

Mord in der Kurie

In der Kurie geben die Senatoren vor, Cäsar eine Petition übergeben zu wollen. Sie treten auf ihn zu, schließen ihn in der Mitte ein und stechen mit einem Dolch 23-mal auf ihn ein. Sie bereiten einem Mann das Ende, der es wagte, eine 500 Jahre lang bewährte Ordnung zu stürzen: die Republik. Einem Mann, der als ebenso genialer wie brutaler Feldherr, als faszinierender Redner und begnadeter Menschenführer in die Geschichte eingegangen ist: Gaius Julius Cäsar.

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