"Million-Dollar-Moments"

Moderator Dirk Steffens über die Einzigartigkeit der Reihe und seinen Unfall beim Dreh

Ungefähr zwei Jahre und jede Menge Reisen - das ist lang und viel und hinterlässt viele Eindrücke. Intellektuelle, emotionale und in diesem Fall auch mechanische. "Die Macht der Elemente" hat mich bereichert und beschädigt wie keine andere Doku-Serie.

Dirk Steffens
Dirk Steffens Quelle: ZDF

Drei Gründe für die Einzigartigkeit

Und ich mache diesen Job nun schon fast zwei Jahrzehnte lang. Die Arbeit hat mich zigmal rund um den Globus geführt, in wirklich entlegene Winkel und viele Metropolen, in brenzlige Situationen und unvergessliche Momente. Aber diese Reihe hat das alles nochmal getoppt. Ich habe bei dieser Produktion einige der sprichwörtlichen "Million-Dollar-Moments" erleben dürfen, an die ich immer wieder gerne zurückdenken werde: auf dem Hochgeschwindigkeitssegler im Mittelmeer; im Flammeninferno in Mississippi; im Helikopter über Istanbul; auf den lebenden Brücken Indiens; im Kanu in der Südsee. Aber es gibt daneben noch drei Gründe, warum diese Reihe für mich einzigartig ist.

Steffens bei Dreharbeiten am Rekordsegler L'Hydroptere
Steffens bei Dreharbeiten am Rekordsegler L'Hydroptere Quelle: ZDF

Global denken und filmen

Erstens: der inhaltliche Ansatz. Die Geschichte der Menschheit neu zu erzählen, aus einer völlig ungewohnten Perspektive, die neben die gängigen Erklärungen ein paar faszinierend unerwartete naturwissenschaftliche Aspekte stellt - das ist für Natur- und Wissenschaftsfilmer natürlich eine einmalige Chance. Davon träumt man ein Berufsleben lang - und wann werden Träume schon mal wahr? Zweitens: die Erzählweise. Meistens werden Stories in meinem Genre regional erzählt, es geht dann um die Haie Südafrikas, den Regenwald Amazoniens oder die Naturwunder Patagoniens. Dieses Mal war das ganz anders. Wir durften global denken und filmen, wir konnten den roten Faden kreuz und quer um den Planeten verfolgen. Denn die Bühne dieses Stückes ist die größte und schönste, die sich denken lässt: unsere Erde.

Schwein gehabt!

Drittens: der Unfall. Mit Elementargewalt krachte er in mein Leben. Beim Beklettern einer Vulkansteilwand in Griechenland durchschlug ein herabstürzender Lavastein erst meinen Helm und dann einige Knochen in meinem Gesicht. Der Weg von der Todesangst über die Furcht vor bleibenden Schäden bis hin zur Erleichterung über die fast vollständige Wiederherstellung war für mich tatsächlich elementar.Interessanterweise - ich kann das auch nicht erklären - hat der Unfall meine Begeisterung für diese Produktion aber nicht geschmälert, sondern sogar verstärkt. Nicht mal beim "Nachdreh", ein Jahr nach dem Unfall und an derselben Stelle, hatte ich ein beklemmendes Gefühl. Eher ein beglückendes: Schwein gehabt! Was bleibt, sind eine kleine Narbe, viele neue Erkenntnisse und die Freude, dass wir uns immer noch und immer wieder solche Programme trauen.

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