Dresden in Schutt und Asche

Wiederaufbau der Kirche mit weltweitem Engagement

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb nur noch ein Trümmerhaufen von ihr übrig: Am 15. Februar 1945 fiel die Dresdner Frauenkirche den Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer. Erst nach der Wende wurde sie wiederaufgebaut.

Zerstörtes Stadtzentrum von Dresden 1945
Zerstörtes Stadtzentrum von Dresden 1945 Quelle: dpa

Die Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurde für die Dresdner zur Hölle: Britische und später auch US-amerikanische Bomberstaffeln griffen das "Florenz an der Elbe" an. Die schützende Flugabwehr war kurz zuvor hauptsächlich an die Ostfront abgezogen worden. Die Luftangriffe sollten vor allem den Durchhaltewillen der Deutschen brechen.

Zestörtes Stadtzentrum

Das Bombardement auf das etwa 630.000 Einwohner zählende Dresden forderte nach Angaben einer Expertenkommission bis zu 25.000 Menschenleben. Innerhalb kürzester Zeit brannte die mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllte Innenstadt. Flammen, Rauch und Hitze bedeuteten auch auf offener Straße für viele den Tod. Die Alliierten warfen insgesamt mehr als 3.700 Tonnen Bomben ab. Die Angriffe zerstörten eine Fläche von rund zwölf Quadratkilometern vollständig. Vor allem das von Renaissance- und Barockbauten geprägte Zentrum lag in Schutt und Asche. Semperoper, Residenzschloss oder Zwinger waren größtenteils zerstört. Die Frauenkirche stürzte am 15. Februar in sich zusammen - drei Monate vor der Kapitulation der Deutschen. Übrig blieben Schutt und Trümmer.

Rufe nach Wiederaufbau

Noch vor Kriegsende wurden Rufe nach einem Wiederaufbau laut. Aber die Dresdner waren auf das Lebensnotwendige bedacht und nicht darauf, ein Gotteshaus instand zu setzen. Die Trümmersteine inventarisierten sie zum Teil.

Doch die DDR-Regierung nahm schnell von Wiederaufbau-Plänen Abstand. Die Ruine diente jahrzehntelang als Mahnmal gegen den Krieg. Sie zu erhalten waren der DDR wichtiger als eine Instandsetzung der Kirche.

Ruine oder Instandsetzung?

Erst nach der Wende wurde die Diskussion um einen Wiederaufbau wieder laut. Befürworter und Gegner stritten sich aber lange, ob nun die Ruine oder die Neuerschaffung der Kirche das richtige Zeichen wäre. Im Mai 1994 war es dann soweit: Der erste Stein des Wiederaufbaus wurde gesetzt. Die evangelische Landeskirche Sachsen, Besitzerin der Ruine, hatte nach langem Zögern grünes Licht gegeben.

Glanzvolle Wiedereröffnung

Der Wiederaufbau verschlang insgesamt 179 Millionen Euro. Ein Großteil der Summe wurde durch Spenden aus dem In- und Ausland gesammelt, insbesondere aus England und den USA.

Aber auch durch Deutschland ging eine ungeahnte Spendenwelle - auch wenn der Wiederaufbau am Anfang mit kritischen Stimmen begleitet wurde, dass aus dem Mahnmal des Friedens kein "Triumphmal" werden solle. Größter Fürsprecher und Spendensammler wurde der Trompetenvirtuose Ludwig Güttler. Auch das ZDF trug mit der Spendenaktion "Ein Baustein für die Frauenkirche" zum Wiederaufbau bei.

Weihe der Dresdner Frauenkirche Quelle: dpa

Rund ein Jahrzehnt später wurde die Dresdner Frauenkirche zum zweiten Mal eröffnet: Am 30. Oktober 2005 versammelten sich Tausende Menschen in und um die Kirche zur feierlichen Weihe. Aus dem Trümmerhaufen war wieder der barocke Sakralbau entstanden, der er mal war. Der größte Sandsteinbau der Welt ist heute ein Symbol der Versöhnung und Völkerverständigung.

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