Ein Boot voller Kunstwerke

Erste Schritte für Belzonis archäologische Laufbahn

Giovanni Belzoni lässt den Kopf bewachen und bereitet eine Reise nach Nubien vor, in den Süden Ägyptens. Burckhardt hat im von Nubien vorgeschwärmt und von einem der wundervollsten Bauwerke des Altertums erzählt.

In Nubien soll auch der französische Konsul Drovetti noch nicht allumfassende Grabungsrechte besitzen.

Sagenumwobene Insel

Am 18. August 1816 beginnt die Expedition von Luxor in Richtung Süden. Damals eine gefährliche Reise. Vor Belzoni und seiner Frau Sarah waren nur wenige Europäer den Nil so weit aufwärts gesegelt. Auf der Fahrt ins geheimnisvolle Nubien müssen die Abenteurer auch die Insel Philae passieren, den einstigen Sitz der ptolemäischen Pharaonen. Giovanni Belzoni ist entschlossen, die weitläufige Anlage aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor Christus zu besichtigen. Viel hatte er von dem sagenumwobenen Ort aus der ägyptischen Spätzeit gehört. Die unerforschte Insel lässt Belzoni hoffen, dort auf noch nicht entdeckte Altertümer zu stoßen.

Am 27. August 1816, so vermerkt der Italiener später in seinem Reisebericht, nähert sich die Expedition dem Eiland. Schon der erste Anblick des majestätischen Tempels übertrifft seine kühnsten Erwartungen. Giovanni und Sarah sind voller Vorfreude. Die ägyptische Besatzung aber bleibt skeptisch. Die Männer fürchten sich vor dem unbekannten Terrain. Gerüchte über angriffslustige Einheimische machen seit langem die Runde in Luxor. Unter den Blicken der bewaffneten Bewohner steuert das Boot dem Ufer zu. Keiner an Bord weiß, ob die Krieger feindlich gestimmt sind. Mit gemischten Gefühlen betreten sie das Neuland. Doch die einmalige Chance auf wertvolle Funde für das britische Museum macht die unerfahrenen Orientreisenden mutig.

Kurs auf Abu Simbel

Belzoni ist begeistert, auf Philae findet er unzählige Zeugnisse altägyptischer Kultur. Am liebsten würde er sie alle sofort mit aufs Boot nehmen, aber die geplante Weiterreise nach Nubien verhindert den sofortigen Abtransport. So lässt er die Fundstücke mit seinem Namen kennzeichnen um sie vor der Konkurrenz oder Missbrauch zu sichern. Für den Augenblick hat Giovanni Belzoni genug gesehen. Ihn drängt es weiter nach Süden. Der Italiener beschließt, auf dem Rückweg erneut in Philae anzulegen, um so viele Objekte wie möglich mitzunehmen. Mit direktem Kurs auf Abu Simbel in Nubien gleitet die Felukke gemächlich auf dem Nil dahin. Schon aus der Entfernung bietet sich den Ankömmlingen ein atemberaubendes Bild.



Der gigantische Tempelkomplex ist ein Wunderwerk der Architektur. Erbaut von Ramses II. um 1250 vor Christus. Ein Propagandabau, um auch am südlichsten Ort des Reiches seine Allmacht zu demonstrieren. Belzoni entdeckt in der Mitte ein Spalt und vermutet dort den Eingang zum Tempel. Doch der Eingang ist völlig vom Sand bedeckt. Keine Chance dort ohne Hilfskräfte hineinzukommen. Die Öffnung muss er auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.

Start einer Karriere

Gegen Ende des Jahres 1816 bricht er von Luxor nach Kairo auf - an Bord den Kopf des Memnon und viele andere Kunstwerke, die er während eines Abstechers nach Nubien für Salt gesammelt hat. Der erste Schritt für Belzonis archäologische Laufbahn ist damit getan.

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