Ein "Hebräerkind" im Binsenkorb

Schicksalshafte Entdeckung

Der eine Gott ist die Erfindung des Volkes, das vor über 3000 Jahren aus der Wüste kommt. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte beten Menschen nicht viele Götter an, sondern nur einen. "Jachwe" nennen sie ihn, der "Ewig Seiende". Und das Alte Testament erzählt davon, wie dieser allmächtige Gott an den Menschen handelt.

Gott, der Schöpfer, teilt das Licht und die Finsternis. So hat ihn der große Künstler Michelangelo vor 500 Jahren gemalt: ein kraftvoller Mann mit wallendem Bart, gebieterisch und streng.

Abstrakt und unsichtbar

Abstrakt und unsichtbar ist der biblische Gott. Das ist etwas Unerhörtes in der damaligen Welt. Normalerweise bevölkern heilige Stiere und Löwen die Tempel des alten Orients - oder phantastische Wesen, halb Mensch halb Tier. Der Gott der Bibel aber ist unsichtbar. Diese Gottesvorstellung kommt aus einer unwirtlichen Gegend - abseits der großen Zivilisationen der alten Welt.


In der schroffen Bergwüste des Orients beginnt die Geschichte von Gott und seinem auserwählten Volk. Es ist eine karge Landschaft, in der der Glaube an den einen Gott entsteht - in der sich Gott seinem Knecht Moses offenbart, wie die Bibel erzählt. Moses ist der erste "Gesprächspartner" Gottes - er nähert sich ihm auf Rufweite; aber auch ihm zeigt sich Gott nicht in seiner Gestalt, sondern bleibt verborgen hinter den heißen Flammen eines brennenden Dornbusches.

Wie ein spannender Roman



Es ist Gottes Stimme, die Moses die Zukunft seines Volkes offenbart: "Ich werde die Kinder Israels führen, in ein Land, darinnen Milch und Honig fließen". Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Bibel erzählt in allen Details unter welcher Mühsal das Volk des Moses das gelobte Land erreicht. Wie ein spannender Roman, der in Ägypten, unter den Palmen des Nil, seinen legendenhaften Anfang hat. Wie kaum eine andere Erzählung der Bibel hat die Geschichte von der wundersamen Kindheit des Moses die Menschen aller Zeiten fasziniert - bis heute.

Moses ist ein Kind der ausländischen Unterschicht im Lande. Ein "Hebräerkind". Für alteingesessene Ägypter unerwünscht. Am Nil in einem Körbchen ausgesetzt wird er ausgerechnet von der Tochter des Pharaos entdeckt. "Und da sie das Körbchen im Schilf sah ließ sie es holen" - so berichtet die Bibel von dieser schicksalshaften Entdeckung. Moses wird der Sohn der Pharaonentochter. Die Bibel erklärt den ungewöhnlichen Namen: "Und sie nannte das Kind Moses, was soviel heißt wie: "Ich habe es aus dem Wasser gezogen".

Hatschepsuts Adoptisohn?

Alles bloß Legende? Fünf mal gibt der Bibeltext den Hinweis auf die Pharaonentochter, ihren Namen aber verrät die Bibel nicht. Historisch gesehen könnte Hatschepsut gemeint sein, die Tochter des mächtigen Pharao Thutmosis, deren dreieinhalb Jahrtausende alter Tempel bei Theben bis heute die Erinnerung an sie bewahrt. War Moses der Adoptivsohn dieser berühmtesten ägyptischen Pharaonin?


Moses Leben scheint wie ein Leben wie ein Roman. Ein Findelkind, ausgesetzt auf dem Nil, das am Hof des mächtigsten Herrschers seiner Zeit aufwächst. Am Ende wird er zum Rebellen und Freiheitskämpfer. Moses, der Mann, der sein Volk aus der Knechtschaft führt und einen Bund mit Gott schließt. Die ersten fünf Bücher der Bibel hat man nach ihm benannt, die "Fünf Bücher Mose". Er soll sogar ihr Autor sein. Aber hat dieser Held der Bibel überhaupt gelebt? Bis heute suchen Archäologen nach seinen Spuren. Wer war dieser rätselhafte Moses?

Fremde in Ägypten

Die Spur führt in die Grabkammern ägyptischer Würdenträger. In Sichtweite des Nil steht seit über drei Jahrtausenden das Grab des Chnumhoteb. Einst war er der erste Beamte im Pharaonenstaate. Das Besondere seines Grabes: An den Wänden sind Abbildungen von Menschen auszumachen, die in Kleidung und Gestalt so ganz anders aussehen, als wir es von alten Ägyptern kennen. Diese Menschen tragen gemusterte Gewänder, besondere Frisuren und Bärte. Neben den Ägyptern wirken sie wie Fremde - und sie sind es auch.

Über ihnen ein mächtiger Ägypter, der offenbar den Ton angibt. Die "Ausländer", denen er befiehlt, sind seine "billigen Arbeitskräfte". Es sind Nomaden, die mit ihren hungrigen Schafherden nach Weideplätzen suchen - und so in das ägyptische Staatsgebiet gelangen. Von den Ägyptern werden diese Menschen zu harter Fronarbeit herangezogen.




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