Ein Tepuke wird gebaut

Auf der Suche nach einem geeigneten Baum

Als die ersten europäischen Eroberer nach Polynesien kamen, waren sie überrascht, Boote zu sehen, die an Schnelligkeit den eigenen weit überlegen schienen. Seeleute beschrieben, wie pfeilschnelle Segelboote ihre schwerfälligen Karavellen überholten.

Den Rumpf von Wasser überspült, schossen die Boote wie Delfine durch die Wogen. Mit ihrer Hilfe besiedelten die Polynesier Tausende Inseln des Pazifiks.

Wiederaufnahme des Bootsbaus

Nach 40 Jahren beraten Chief Kaveia und die anderen Stammesführer nun, wie sie den traditionellen Bootsbau schnell wieder aufleben lassen können, um sich aus der Isolation zu befreien. Obwohl die Konstruktion so einfach aussieht, sind alle Teile genau aufeinander abgestimmt und erfüllen exakte Vorgaben. Die Maße müssen die Männer aus dem Kopf rekonstruieren, denn Pläne und Blaupausen existieren nicht.

Baumsuche und Transport

Bevor der Bau eines Segelbootes beginnen kann, muss ein geeigneter Baum gefunden werden, der dem Boot als Rumpf dient. Aus dem richtigen Verhältnis von Umfang und Länge ergibt sich später das beste Strömungsverhalten. Ist die Auswahl getroffen, wird der Baum gesegnet. Zu diesem Zweck wird der Geist des ersten Bootsbauers und Navigators der Insel angerufen. Seine Name ist Lata.

Nachdem der Baum gefällt ist, muss überprüft werden, ob das Holz beim Aufprall einen inneren Bruch erlitten hat. Das Boot soll etwa zehn Meter lang werden. Die Länge des Stammes wird mit einem als Messlatte dienenden Ast abgemessen. Schon vor dem Transport wird der Baum von den vielen Helfern ausgehöhlt, um sein Gewicht zu verringern. Ohne Seilwinden oder Motoren muss er viele Kilometer durch den Wald bis zur Werft geschleppt werden.

Traditionelle Gesänge

Die Rolle der Frauen besteht beim Transport des Baumes weniger in Muskelarbeit als vielmehr in mentaler Unterstützung. Das Singen ausgewählter Lieder soll den Transport des ausgehöhlten Stammes erleichtern. Die Gesänge sind traditionell festgelegt und ändern sich, je nachdem, ob es bergauf oder bergab geht.


Am Strand angekommen muss sich der Stamm ein paar Tage mit Wasser voll saugen, ehe er unter einem schattigen Dach behutsam getrocknet wird. Es kommt darauf an, dass das Holz nicht brüchig wird.

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