Eine Dokumentationsreihe schreibt Fernsehgeschichte

Über den Erfolg des Formats Terra X

In der Zeitrechnung von Fernsehformaten setzt eine Sendestrecke von 25 Jahren einen seltenen Meilenstein. Nur wenige Programme konnten in Deutschland auf ihrer TV-Expedition vom Pionier eines Genres zu einem unverwüstlichen Dauerbrenner in der Fernsehlandschaft werden - unbeeindruckt durch Moden und Macharten des jeweiligen Zeitgeistes.

Leuchtendes Labyrinth auf einem Rasen Quelle: ZDF/ Michael Engler

"Terra X" ist diese Erfolgsgeschichte gelungen. Die Marke wurde zum Klassiker und Vorzeigeformat der Kulturdokumentationen, sie hat dem Dokumentations-Fach eine neue Dimension eröffnet und von Anbeginn die Qualitätsführerschaft übernommen.

Rätsel der Kulturen spannend wie Krimis

Der Weg zum Best- und Longseller begann am 17. Januar 1982 mit dem Film "Südseeinseln aus Götterhand", an einem Sonntag um 19.30 Uhr, so wie noch heute. 30 Prozent Marktanteil und legendäre elf Millionen Zuschauer bedeuteten einen Traumstart und offenbarten mit einem Schlag das ungeheure Potenzial dieser Formatidee. Abenteuerliche Reisen zu Terra Incognita, zu versunkenen Kulturen und den Wurzeln der Menschheitsgeschichte haben unsere Zuschauer süchtig nach Weltwissen und Abenteuer von Format gemacht. Verheißungsvolle Titel wie Atlantis und Eldorado, Babylon Tower und Wüstenorakel, Bernsteinwald und Chiemgau-Komet gaben der Wissenschaft eine Seele. Die Marke "Terra X" verdichtete sich zu der Botschaft, dass alles Ursprüngliche die Gegenwart bedingt und die Rätsel der Weltkulturen so spannend wie Krimis sind.

Die Pyramiden von Giseh Quelle: ZDF/ Uta von Borries


Michael Crichton hat einmal gesagt: "Wir stehen auf einem Berg von Geschichte und merken es nicht." Er hat recht. Nur dass "Terra X" diesen Befund vorwegnahm und die filmische Belebung von Geschichte zu ihrem Kern machte - und damit heute selbst stolze Geschichte ist. Die meisten Formate in der modernen Fernsehwelt erreichen das Jubiläum zum Vierteljahrhundert nicht. "Terra X" erschien 1982, ein Jahr nach "Wetten, dass...?", und zwei Jahre bevor das Privatfernsehen seine erste Sendeminute ausstrahlte. Der Erfolg ist ungebrochen. Bis zu 5,8 Millionen Zuschauer sahen die letzte Staffel im Winter 2005/2006. Der Verkauf der Filme in über 60 Länder bestätigt Rang und Ansehen dieses Formats.

Wichtiges Vertrauen der Spezialisten

Heute legt die Redaktion unvermindert großen Wert darauf, dass die Filme ausnahmslos vom ZDF oder von freien Firmen der hiesigen Produzentenlandschaft produziert werden. Dass die Reihe im ZDF alle zwei Jahre erscheint, hat mit Qualitätssicherung zu tun: Wissenschaftler und Archäologen brauchen Zeit, um ihre Funde zu analysieren und den Autoren zugänglich zu machen. Archäologische Grabungen vollziehen sich selten im grellen Licht der Öffentlichkeit, nur intensive Recherchen und langjährige persönliche Kontakte zu internationalen Spezialisten ermöglichen uns den Zugang zum wertvollen Wissen der Fachwelt.

Archäologen in der Gruft der Königin von Qatna Quelle: ZDF/ Konrad Wita

"Terra X" steht für die große Bildungs- und Kulturdokumentation in der ZDF-Prime-Time am Sonntagabend um 19.30 Uhr. Es ist der Urvater späterer Reihen wie "Sphinx", "Schliemanns Erben" oder "Tauchfahrten in die Vergangenheit", die der Kompassnadel des Originals selbstbewusst gefolgt sind. Im gleichen Maße, wie die Magie der großen Orte und Rätsel unversehrt bleibt, hat sich auch das Fernsehformat "Terra X" ein Restgeheimnis erhalten, das es Nachahmern schwer macht. "Terra X" ist ein dokumentarischer Chronist der alten Kulturen dieser Welt, der mit einem Archiv von fast 100 Filmen weltweit seinesgleichen suchen dürfte.

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