Einschlag am Golf von Mexiko

Meteorit verursacht gefährliche Tsunamis

Vor etwa 100 Millionen Jahren beginnt ein neuer Abschnitt in Europas Geschichte: das Zeitalter der Kreide. Benannt nach den auffälligen Kreidefelsen, die viele Küsten des Kontinents säumen. 35 Millionen Jahre später vernichten gigantische Tsunamis ein Großteil der Tierwelt, aber eine neue entseht.

Die weiche Kalksteinart besteht ausschließlich aus Schalen und Skeletten winziger Meerestiere. Wenn sie absterben und auf den Meeresboden sinken, entstehen mit der Zeit mächtige Kalkschichten.

Die Polkappen schmelzen

Zu dieser Zeit liegen die berühmten Kreidefelsen von Dover tief im Ozean. Der Meeresspiegel ist etwa 300 Meter höher als heute. London wäre in den Fluten versunken. Der Meeresspiegel ist so hoch, weil unterseeische Magmaeruptionen ein riesiges Wasservolumen verdrängen. Aus unzähligen Vulkanen strömt soviel CO2 in die Atmosphäre, dass sich das Klima erwärmt und die Polkappen schmelzen. Ganz Europa ist ein Inselreich.

Der steigende Meeresspiegel schränkt den Lebensraum der Dinosaurier ein. Aber ausgelöscht werden sie erst 30 Millionen Jahre später durch eine Katastrophe auf der anderen Seite der Welt. Vor 65 Millionen Jahren trifft ein riesiger Meteorit den Golf von Mexiko. Seine Einschlagskraft dürfte etwa fünf Milliarden Hiroshimabomben entsprochen haben. Gigantische Tsunamis rasen um die Welt. Das Ausmaß der Verwüstung in Europa ist unvorstellbar. Kein größeres Tier überlebt die folgende Zeit von Hunger und Kälte. Doch das Aussterben der Dinosaurier gibt Raum für neue Lebensformen. Hinweise finden sich an der polnischen Ostseeküste.

Wendepunkt in der Evolution des Lebens

Beim Fischen an der baltischen Küste könnte ein einziger Glücksfall ein kleines Vermögen bringen - und ein Fenster in Europas Vergangenheit öffnen: Bernstein. Er sieht nicht besonders wertvoll aus. Erst poliert, gibt er so manches Geheimnis preis. Im fossilen Baumharz eingeschlossen finden sich Souvenirs einer Zeitreise, die mehr als 50 Millionen Jahre in die Vergangenheit führt. Eingeschlossene Haare sind ein Hinweis auf einen der wichtigsten Wendepunkte in der Evolution des Lebens. Eine neue Dynastie hat das Erbe der Saurier angetreten: die Säugetiere.

In den subtropischen Wäldern der Erdneuzeit leben viele Säuger: känguruähnliche Insektenfresser, Tapire, Ameisenbären und sogar Zwergpferde. Sie erleben einen erstaunlichen Aufstieg. In der Grube Messel, einer Ausgrabungsstätte bei Darmstadt, sind mehrere Dutzend frühe Säugetierarten gefunden worden. Ihre Nachkommen besetzen heute jede nur erdenkliche Nische in Europa. Sie leben in den Wäldern, den weiten Steppenlandschaften und im Hochgebirge. Auch die Meere haben sie erobert. Viele schließen sich in Rudeln oder großen Herden zusammen. Andere ziehen als Einzelgänger durchs Leben.

Vertraute Konturen

Während sich Europas neue Tierwelt etabliert, nähert sich der Kontinent allmählich den Konturen, die uns heute vertraut sind. Spuren der damaligen Veränderung finden sich an den westlichen Grenzen des Kontinents, an den irischen und schottischen Steilküsten. Die spektakulären Klippen bestehen aus Vulkanasche und Lava.


Es sind die Trümmer verheerender Eruptionen, die einst Tausende von Quadratkilometern mit ihren Auswürfen bedeckten. Die Vulkanausbrüche sind "Wachstumsschübe" des jungen Atlantik. Fast auf ganzer Länge hat sich sein Grund weit geöffnet. Nur im äußersten Norden gibt es noch eine Landbrücke zwischen Nordamerika und Europa. Auch sie zerreißt jetzt. Europa ist zum ersten Mal ein eigenständiger Kontinent.

Spuren der feurigen Gewalt

Heute ist der Atlantik 5.000 Kilometer breit. Und er wächst immer noch. Etwa so schnell wie unsere Fingernägel. Er dehnt sich von der Mitte her aus, entlang des Mittelamerikanischen Rückens. Hier quillt Magma aus dem Erdinneren ins Meer. Vom Meeresboden türmen sich riesige Vulkane auf. Island ist der Gipfel des Höchsten von allen. Spuren der feurigen Gewalt im Erdinnern sind auf der Insel überall zu finden.

Auch heute kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. An diesem arktischen Vorposten wächst Europas Landmasse ständig weiter. Auf einem Vulkan zu leben, mag riskant sein. Aber es hat auch angenehme Seiten. Die Isländer wissen die Hitze des Erdinneren zu nutzen. Ein Bohrloch in den heißen Untergrund liefert Energie für die Hauptstadt Reykjavik. Und ganz nebenbei entsteht die größte Badewanne der Welt, die "blaue Lagune".

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet