Ende des Salpeter-Booms

Geisterstädte in der Sonne

Antofagasta ist einer der Häfen, von denen die Salpeter-Fracht einst in alle Welt verschifft wurde. Die Minenbahn entledigte sich Jahr für Jahr ihrer begehrten Last. Während des Salpeter-Booms stapelte sich eine schier endlose Kette von prall gefüllten Säcken in den Laderäumen.

Für die Küstenstadt Iquique begann eine Zeit verschwenderischen Reichtums. Aber der Glanz von damals ist verblichen. Auch Haenke hat hier Spuren hinterlassen. Kurioserweise trägt sogar ein Fischgeschäft seinen Namen. Das Theater aus der Epoche des Salpeter-Booms erinnert daran, was Iquique immer sein wollte: ein elegantes Abbild Europas am Ende der Welt.

Gescheiterte Träume

Nur manchmal erinnern die Verse der Lieder an Menschen, für die Iquique der Nabel der Welt war - oder die Hölle, an ihre gescheiterten Träume von einem besseren Leben, ohne den ewigen Staub und den brennenden Geschmack von Salz. Wurde eine Mine geschlossen, zogen die Lebenden fort und ließen nur ihre Toten zurück. Wie verflucht liegen die Friedhöfe der Geisterstädte unter der alles versengenden Sonne. Die Gräber sind von Räubern aufgebrochen, der Sarginhalt von der trockenen Luft konserviert. Die vielen früh verstorbenen Kinder wurden in ihrem Sonntagskleid beerdigt. Auch die Glücksritter, die es geschafft hatten und doch blieben, die Direktoren der ausländischen Konzerne, liegen hier begraben.

Nur wenig noch verweist auf die Privilegien von einst. Seit 1914 ging es bergab mit dem Chile-Salpeter. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges gelang es einem Professor aus Berlin, das Nitrat synthetisch herzustellen. Der Preis an den Warenbörsen verfiel und eine Mine nach der anderen musste schließen.

Süßwasser in der Wüste

Am Fuße des Vulkans Licancabur ist ein Wunder der Natur entstanden. Wasser aus dem Gebirge speist die Oasen im Herzen der Atacama. Dem Wasser verdankt auch die Ortschaft San Pedro ihre Gründung. Süßwasser in der Wüste ist ein seltenes Phänomen: Mitten im Salzsee sprudelt trinkbares Nass aus unterirdischen Quellen. Für die in diesem Mikrokosmos lebenden Tiere ein Paradies am unwirtlichsten Ort der Welt.

Schutzgebiete für Kamele

Vor 11.000 Jahren haben die Steinzeitjäger an einem Felsen Bilder hinterlassen: Kamele wurden sie von den spanischen Konquistadoren genannt. Völlig zu Recht - denn das Kamel stammt tatsächlich vom amerikanischen Kontinent. Seit der Kolonialzeit werden die südamerikanischen Kamele wegen ihrer Wolle wahllos getötet. Haenke fordert für sie Schutzgebiete einzurichten.


Haenke verkörpert die neue Wissenschaft im Geiste der Aufklärung: "Der Naturforscher muss die Gegenstände, die er kennen soll, sehen, untersuchen, und die Natur in ihrer Werkstätte belauschen," sagt er. Die Vielfalt des Lebens, selbst unter extremsten Bedingungen, begeistert ihn jedes Mal aufs Neue. "Die Natur ist immer ein aufgeschlagenes Buch, das ein jeder lesen sollte, so oft er kann!" Diesen Rat befolgt er ein Leben lang.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet