Endstation Nordamerika

Das Scheitern der Besiedelung

Für einen Teil der Forscher steht mittlerweile fest: Die nordischen Sagen sind keine Dichtung, sondern Tatsachenberichte. Auch auf die Gegend, wo sich heute New York ausbreitet, gibt es einen Hinweis.

Die These des Autors Páll Bergthorssons folgend, soll die Wikingersiedlung etwa im heutigen Brooklyn gelegen haben.

Handel mit den Schmächtigen

In den Sagen ist auch zu lesen, dass die Wikinger mit Einheimischen zusammentrafen, die sie abfällig "Skrälinger", Schmächtige, nannten. Eine Passage war ursprünglich nicht zu verstehen - nämlich warum die "Skrälinger", die Ureinwohner Amerikas, an einem Tag freundlich Handel mit den Nordmännern betrieben, zum Beispiel rote Stoffstreifen und Kübel voller Milch gegen Felle tauschten - und den darauf folgenden Tag wütend zurück kamen, gar nicht erst mit den Wikingern sprachen, sondern sofort zu kämpfen anfingen.

Trotz des Desasters, in das das Treffen mit den Ureinwohnern gemündet hatte, könnte ihr Interesse an Handel die Wikinger dazu verleitet haben, länger in der Gegend zu bleiben. Die Tatsache, dass Milch die mächtigste Waffe im Arsenal der Wikinger war, die anderorts als Totschläger gefürchtet waren, ist eine erstaunliche Entdeckung.

Plötzlicher Klimawechsel

Der Versuch der Wikinger, in Nordamerika sesshaft zu werden, dauerte nach Schätzungen rund 40 Jahre. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Nordmänner mehrfach an den Küsten Amerikas entlang segelten. Schließlich kehrten die Entdecker nach Grönland zurück. Hier hatte sich einiges verändert. Die Bevölkerung litt Hunger. Grabungen zeigen, dass man an einigen Orten sogar Hunde und Katzen aß und aus den Knochen Suppe kochte, um auch den letzten Rest Nahrung verwerten zu können.


Ein plötzlicher Klimawechsel, wie er sich in bestimmten Zeitabständen immer wieder vollziehen kann, zerstörte letztlich den Wikingertraum vom "grünen Land". Das Paradies wich mehr und mehr der weißen Hölle.

Ende einer Ära

Als sich in Skandinavien im 11. und 12. Jahrhundert die ersten Königreiche bildeten, ging die Ära der Wikinger zu Ende. Die Kolonie in Grönland überdauerte noch zwei weitere Jahrhundert, bevor sich die Spur ihrer Bewohner verliert. Für viele war die finale Wikingerfahrt die Reise zurück nach Island, Skandinavien oder andere europäische Siedlungsgebiete.

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