Erfolglose Schatzsuche

Die ersten Europäer in Siwa

Im März 1792 kommt W. G. Browne als erster Europäer der Neuzeit nach Siwa.

Dem Engländer erscheint die Oase als ein Dorado der Gesetzlosen: "Beim kleinsten Anlass greifen sie zu den Waffen, und verfeindete Familien beschießen sich gegenseitig auf den Straßen."

Wo ein Gott ist, muss ein Tempel sein

Browne gibt nach fünf Tagen auf und beklagt sich bitter über die Ignoranz der Leute. Wenige Jahre später vergleicht der britische Geograph John Rennell die Aufzeichnungen der Reisenden mit den antiken Schriften Herodots, Diodors und Plutarchs und kommt zu folgendem Ergebnis: Siwa muss der Ort des berühmten Orakels sein, die Oase des Gottes Amun. Wo ein Gott ist, muss ein Tempel sein. Wo ein Tempel ist, muss es Tempelschätze geben.

Von unermesslichem Reichtum ist die Rede und so kommt es, dass der nächste Reisende ein Boot durch die Wüste trägt. Er vermutet auf der kleinen Insel in der Mitte eines Salzsees Gold aus der Antike. Aber die Siwaner halten nichts von seiner geplanten Schatzsuche. Sie zertrümmern sein Boot, plündern seine gesamte Habe, und er hat Glück, mit heiler Haut davon zu kommen.

Sechs Jahre nach Browne machte sich Friederich Hornemann auf den Weg. Er untersuchte wie sein Vorgänger die antiken Stätten und fertigte Skizzen an. Browne und Hornemann vermuteten, dass die von ihnen besuchte Oase mit dem antiken Orakelort des Götterkönigs Amun identisch ist.

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