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Erinnerungen und Gedenken

Der Tag des Untergangs

Der Aufwand hat sich gelohnt: Aus der Tiefe brachten die Forscher spektakuläre Filmaufnahmen von der Bismarck mit.

Heinz Steeg erzählte beim Anblick der Aufnahmen über den Tag des Untergangs: "Ich bin von der Bismarck runtergesprungen, ungefähr zehn bis 15 Meter in die See, an Steuerbordseite in so einen Pulk von Seeleuten oder Matrosen, und dann auf die Dorsetshire zugetrieben. Dann sah ich von weitem die Kameraden, denn wir hatten eine sehr schwere See. Und die haben einen Fehler gemacht. Die sind mit dem Kopf zuerst an die Bordwand geschwommen. Die See läuft ab, und mit dieser Wucht knallten die dann mit dem Kopf gegen die Bordwand, und dann sah man nur noch die gelbe Schwimmweste, der Kopf hing im Wasser, und dann habe ich mir gesagt: Du gehst mit den Beinen zuerst ran."

Teurer Kurztrip

Im Vortragsraum der Keldysch ließen sich einige millionenschwere Touristen von dem ehemaligen Atom-U-Boot-Kommandant Fred McLaren mit den Tauchvorgängen vertraut machen. Sie wollten die ersten Touristen sein, die zur Bismarck getaucht sind - ein teurer Spaß: pro Nase 40.000 US-Dollar. So ein Tauchgang ist sehr aufwändig. 53 Männer und Frauen zählen zur Besatzung der Keldysch. Weitere 25 Spezialisten sind erforderlich, um die beiden Tauchboote zu warten und zu bedienen.

Rückfahrt

Auf der Fahrt war einer der Millionäre an Bord der Keldysch an einer Bauchfellentzündung erkrankt. Nach einer Notoperation an Bord musste die Keldysch vorzeitig umkehren, obwohl ein weiterer Tauchgang für das Projekt wichtig gewesen wäre. Ein letztes Mal gedachten die Expeditionsteilnehmer der vielen Menschen, die beim letzten Gefecht der Bismarck ihr Leben verloren haben. Für Mike McDowell war die Fahrt trotz des vorzeitigen Endes ein großer Erfolg, denn vielleicht werden noch mehr Millionäre zur Bismarck tauchen wollen. Anatoli Sagalewitsch konnte Material für vier wissenschaftliche Publikationen sammeln. Heinrich Kuhnt und Heinz Steeg hatten persönlich am meisten gewagt und gewonnen. Heinz Steeg resümiert: "Das ist doch sehr, sehr belastend gewesen. Aber ich bin auch letzten Endes dankbar. Ich habe somit den Kreislauf geschlossen. Was kommt noch? Nix mehr."

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