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Eroberung des chinesischen Reichs

Dschingis Khan am Höhepunkt seiner Macht

Nach der Organisation der Truppen und der Neuordnung der Verwaltung ist Dschingis Khan bereit, seine größten Nachbarn anzugreifen. Auf dem Gebiet des heutigen China existieren um das Jahr 1200 zwei Staaten - das Goldreich der Dschurtschen, und weiter im Süden das Reich der Sung.

Ein letztes Mal befragt der Khan das Schafsknochen-Orakel. Das Feuer hat die Knochen der Länge nach gespalten - die Zeichen stehen auf Krieg. Dschingis Khan sammelt seine Armeen, um die reichste Region Asiens zu erobern. Unter den Hufen seiner Heerscharen erzittert die Steppe. Mit einer Streitmacht von mehr als 100.000 Mann zieht er nach Südwesten.

Gewaltiges Unternehmen



Es ist ein gewaltiges Unternehmen: Den Kriegern folgen unzählige Reit- und Lastentiere und Herden von Ziegen und Schafen, die als lebender Proviant dienen. Die Jurte des Khans steht auf einem Wagen, der von mehr als 20 Ochsen gezogen wird - nur seine Frauen und die Heerführer genießen das Privileg, wie der Khan in rollenden Jurten in den Krieg zu ziehen.

Dschingis Khan schlägt zu Beginn des Feldzuges gegen die Tanguten los. Sie hungern die Bewohner der Hauptstadt aus, bis sich die Tanguten ergeben und die Angreifer mit reichen Geschenken milde zu stimmen versuchen. Die wichtigste Forderung, den Mongolen Truppen zu stellen, verweigern die Tanguten - das werden sie teuer bezahlen.

Im Jahr 1215 fällt Peking

1211 führt der Mongolenfürst seine Truppen weiter nach Nord-China gegen das Goldreich der Dschurtschen. Wochenlang rennen die Mongolen gegen die Mauern der Hauptstadt an, dem heutigen Peking. Der erste Ansturm ist vergeblich doch im Jahr 1215 fällt die Stadt. Die Schätze werden geplündert und die zurückgebliebenen Bewohner massakriert.



Dschingis Khan ist jetzt am Höhepunkt seiner Macht. Seine Truppen schlagen die letzten Aufständischen in der Heimat nieder, er erobert die Städte Buchara und Sarmakand an der Seidenstraße und wendet sich ein letztes Mal gegen die Tanguten.

Bis vor die Tore Wiens

Dschingis Khans Söhne und Nachfolger werden die Grenzen des Reichs noch weiter ausdehnen. Sie erobern ganz China und erreichen im Süden Laos und Kambodscha. Im Osten erstreckt sich das mongolische Reich bis Korea. Im Norden überschreiten die Truppen den Ural und erobern die Weiten Russlands. Und im Westen machten die Truppen erst vor den Toren Wiens halt. Die Stadt bleibt nur verschont, weil die Heerführer umkehren müssen, um in ihrer Heimat einen neuen Kahn zu wählen.



Dschingis Khan erlebt die größte Ausdehnung seines Reiches nicht mehr. Es ist eine Ironie der Geschichte: 1226 verletzt sich Dschingis Khan, der Herrscher über das Reitervolk der Mongolen, durch einen Sturz vom Pferd und stirbt ein Jahr später. Der Legende nach treibt man tausend Pferde so lange über die letzte Ruhestätte des Herrschers, bis jede Spur verwischt ist.

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