Erste Erfolge

Mannschaft im Jagdfieber

Im August herrscht normalerweise ideales Segelwetter. Aber kaum vier Tage auf See, wird die "Essex" von einem heftigen Sturm überrascht. Alle Segel sind noch gesetzt und bieten gefährliche Angriffsflächen.

Kapitän Pollard befielt, das Schiff in den Wind zu drehen, damit es nicht gegen den rasenden Orkan läuft. Aber Pollard schätzt die Stärke des Unwetters falsch ein.

Unglaubliches Glück

Eine mächtige Bö trifft die "Essex" breitseits und drückt das hoch getakelte Schiff um. Aber was für ein unglaubliches Glück: Eine mächtige Dünung hievt den Segler wieder hoch. Die entsetzte Mannschaft hat überlebt, aber viel schlimmere Heimsuchungen stehen ihr noch bevor. Als der Kapitän entdeckt, dass ein Fangboot zerschmettert ist, will er nach Nantucket zurückkehren. Aber der erste Offizier will keine Zeit verlieren und fordert die Weiterfahrt. Und Pollard gibt Zähne knirschend nach.

Jetzt hat die "Essex" zwei Kommandeure. Die Mannschaft hat schon einen schrecklichen Sturm überlebt, aber ein Wal wurde noch nicht gesichtet. 100 Jahre rücksichtsloser Jagd haben die Meeres-Riesen im Atlantik fast ausgerottet. Immer weiter müssen die Schiffe fahren auf der Suche nach Pott-Walen. Es sind die größten Säugetiere auf Erden, denen Zähne wachsen. Ihr Name ist von einer Aushöhlung im Kopf abgeleitet, dem Pott. Er enthält eine ölige Substanz, die wahrscheinlich die Echolotung steuert, mit deren Hilfe Wale navigieren.

"Er bläst, er bläst"

Endlich, vor der Küste Brasiliens ruft der Ausguck "Er bläst, er bläst!" In aller Eile wird das Schiff klar gemacht. Jagdfieber spornt die Mannschaft an. Jeder Handgriff muss sitzen. Sie dürfen auf keinen Fall die Herde verlieren. Drei Fangboote werden ausgesetzt. Das vierte hat der Sturm zerschlagen. Es ist ein gefährliches Unternehmen, einen auftauchenden Wal zu harpunieren. Ein Schlag der riesigen Schwanzflosse, der Fluke, kann ein Boot in Stücke schlagen.

Die verwundeten Tiere ziehen das Fangboot hinter sich her. Die Männer nennen es "Nantucket-Schlittenfahrt". Die Halteleine läuft rasend schnell. Reibung erzeugt große Hitze. Wehe dem Seemann, dessen Bein sich im Seil verfängt. So eine Schlittenfahrt kann Stunden dauern - und der Tod des Riesen ist qualvoll. Der Harpunier stößt die Lanze tief in die Lunge. "Der Schornstein brennt" rufen die Walfänger, wenn das todwunde Tier Blut aus dem Blasloch stößt.

Für "Moby Dick"-Autor Herman Melville bedeutete das Töten weit mehr als die Vergewaltigung einer Kreatur:

Das große Schlachten

Der gewaltige Körper des toten Wals muss bis zum Schiff geschleppt werden: Eine langwierige, knochenbrecherische Schufterei. Dann beginnt das große Schlachten. Die Wale werden geflenst, große Streifen der Speckhaut an Bord gehievt und der Blubber in handliche Stücke geschnitten. Aus dem Kopf des Ungetüms schöpfen sie kostbaren Walrat, aus dem Kerzen gegossen werden. An Bord kochen riesige Kessel. Offenes Feuer auf einem Holzschiff, das bedeutet höchste Gefahr. Aber die Speckmassen müssen zu Tran verkocht werden, bevor sie verderben. Ein blutiges, stinkendes Geschäft. Die Abenteuerlust des Schiffsjungen schlägt schnell in Ekel um.

Die teure Kleidung aus dem Schiffsladen kostet Thomas fast die gesamte Heuer.

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