Erste Schritte in der Steppe

Temüdschin als kommender Krieger

Über das Leben Dschingis Khans gibt es kaum schriftliche Quellen. Wahrscheinlich hat kurz nach dem Tod des Herrschers einer seiner Adoptivsöhne - Sigi Quduqu - bei der "Großen Versammlung" die "Geheime Geschichte der Mongolen" aufzuschreiben begonnen.

Sigi Quduqu schreibt die Geschichten der alten Krieger nieder, Erzählungen von ihren Heldentaten und vom Leben mit dem großen Khan. Er ist ein sorgfältiger Chronist. Doch seine "Geheime Geschichte" ist kein Geschichtsbuch, vielmehr ein historischer Roman. Ein Werk, das nicht nur die Heldentaten des Khans preist, sondern auch von den dunklen Seiten des Herrschers berichtet.

Die Welt von Grund auf verändern

Der mongolische Heerführer Yesügei kehrt Mitte des 12. Jahrhunderts nach einem erfolgreichen Raubzug gegen die Tataren mit reicher Beute und vielen Gefangenen in sein Lager zurück. Er beeilt sich, denn die Kunde eines freudigen Ereignisses hat ihn im Krieg erreicht - die Nachricht von der Geburt eines Sohnes. Das Kind, das Yesügei in die Arme nimmt, wird unter dem Titel Dschingis Khan die Welt von Grund auf verändern. Doch jetzt gibt ihm sein Vater den Namen Temüdschin.

Die Schamanen sehen in dem Blutklumpen ein göttliches Zeichen. Das Zeichen eines großen Kriegers. Temüdschin entstammt einer angesehenen Familie. Sein Vater Yesügei ist ein gefürchteter Kämpfer. Er hat für seinen Clan das Stammesgebiet durch Raubzüge gewaltig vergrößert und Reichtum und Wohlstand geschaffen.

Das Gesetz der Steppe

Wie alle Kinder lernt Temüdschin schon früh Reiten, Bogenschießen und Jagen. Fähigkeiten, die in den Weiten Zentralasiens überlebenswichtig sind. Hier gilt das Gesetz der Steppe - der Stärkere nimmt, was er braucht, doch nach jedem Überfall, nach jedem Raub droht die Rache der Unterlegenen. Temüdschin schließt schnell Freundschaft mit den Gleichaltrigen des Clans. Doch mit einem Jungen namens Jamuka verbindet ihn mehr. Sie sind eher Brüder als Freunde.



Der künftige Khan ist zu dieser Zeit ein schüchternes Kind, das sogar Angst vor Hunden hat. Nach alter Tradition schließen die beiden Schwurbrüderschaft. Als Zeichen dafür tauschen sie kunstvoll geschnitzte Pfeile aus. Diese Freundschaft soll dramatisch enden, Schwurbruder Jamuka wird auf dem Weg zur Macht der erbittertste Feind des großen Khan.

Nahezu sorgenfreie Kindheit

Temüdschin verbringt eine nahezu sorgenfreie Kindheit. Als er neun Jahre alt ist, geht sein Vater mit ihm auf Brautschau. Im Lager eines befreundeten und bekannt friedfertigen Volkes sehen Temüdschin und sein Vater ein anmutiges Mädchen - Börte. Yesügei hält für seinen Sohn um die Hand des Mädchens an. Nach altem Brauch soll der Jungverlobte eine Zeit lang bei seinen Schwiegereltern leben. Gerne nimmt Börtes Vater Temüdschin bei sich auf.


Die beiden Kinder verstehen sich von Anfang an. Auf langen Ausritten kommen sie einander näher. Keiner der beiden ahnt, welche Widrigkeiten ihnen im Laufe ihres Lebens widerfahren werden. Temüdschin verbringt unbeschwerte Tage mit seiner Verlobten. Noch weiß er nichts von der schweren Not, die schon bald seinen Charakter prägen wird.

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