Erste Tote im "eisernen Sarg"

Hunley als Opfer seiner eigenen Erfindung

Der Kampf um Charleston, die heilige Stadt des Südens, wird zum Symbol für die Freiheit der Südstaaten und zum Brennpunkt des Bürgerkrieges. Lincoln befiehlt: "Brecht den Willen dieser Stadt!" Als der Kommandant von Charleston von der erfolgreichen Erprobung des Unterseeboots hört, schickt er sofort ein Telegramm nach Mobile.

Horace Hunley solle unverzüglich in die belagerte Stadt kommen. Sein Boot sei die einzige Hoffnung, Charleston aus dem Würgegriff zu befreien.

Desolate Situation

General Beauregard erläutert die desolate Situation: Zwei Riegel von Blockadeschiffen schneiden die Handelsmetropole von der Außenwelt ab. Hunley gibt sich zuversichtlich, und Beauregard verspricht für die Versenkung des Flaggschiffs "Ironside" eine Belohnung von 100.000 Dollar. Das U-Boot wird umgebaut. Eine Sprengladung am Bug soll in das Unionsschiff gerammt und dann - mittels eines Seils - aus der Ferne gezündet werden.


Im Hafen von Charleston beginnt McClintock mit dem Training. Acht Stunden und mehr quält er seine Männer Tag für Tag. Auch in den wenigen Pausen bleibt das Boot auf Tauchstation. Mit Schnorcheln wird Luft in die stickige Röhre gepumpt. Die Mannschaft besteht aus armen Matrosen, angetrieben von Patriotismus und der hohen Belohnung. Doch sonst weiß man kaum etwas über diese Männer.

Militärs übernehmen die Hunley



Im August 1863 verschärft sich die Blockadesituation. Die Unionsschiffe bringen weit reichende Geschütze in Stellung und richten die Kanonenrohre auf das Zentrum von Charleston. 100 Granaten allein am ersten Tag machen die einstmals prächtige Stadt zu einer Ruinenlandschaft. General Beauregard braucht dringend einen Befreiungsschlag, die Bevölkerung ist verzweifelt. Seit Wochen trainiert nun die Crew der Hunley im Hafenbecken. Warum greifen sie nicht endlich an? Empört besteht Hunley auf weiteren Tests, denn die Gewässer des Atlantiks seien äußerst unruhig. Beauregard wirft ihnen Feigheit vor und beschlagnahmt das Boot. Militärs werden ab sofort das Kommando führen.

McClintock reist erbost ab, sollen die Militärs doch sehen, wie sie ohne seine Hilfe das U-Boot steuern können. Hunley ist entschlossen zu bleiben. Er will seine Erfindung nicht im Stich lassen, dem neuen Kommandanten zumindest als Berater zur Seite stehen. Es soll das letzte Mal sein, dass sich die beiden U-Boot Pioniere lebend sehen.

Von Anfang an ein schlechtes Gefühl

Der neue Kommandant ist zur See ein erfahrener Mann, doch das U-Boot ist mit keinem anderem Schiff der Welt zu vergleichen. Hunley erläutert ihm die Funktionsweise seines Boots und hat von Anfang an ein schlechtes Gefühl. Tatsächlich fordert die Hunley ihre ersten Opfer. Der neue Kommandant ist samt Mannschaft im Hafen von Charleston gesunken. Hunley macht General Beauregard für diesen Unfall verantwortlich. Allein die Voreiligkeit des Militärs habe das Leben von fünf Menschen gekostet, und Beauregard habe jeden von ihnen auf dem Gewissen.

Der Fall der Stadt sei nur eine Frage der Zeit. Es sei denn, das Boot werde unmittelbar gehoben und wieder seinem Kommando unterstellt. Aus zehn Meter Tiefe lässt Beauregard die Hunley herben. Die aufgequollenen Leichen müssen im Schiffsinneren zersägt werden, um sie durch die engen Luken zu bergen.

Verhängnisvoller Entschluss



Hunleys Weggefährte Dixon ist in die Stadt gekommen. General Beauregard hat ihm das Kommando übertragen. Er kennt sich mit dem Boot aus und hat im Gegensatz zu Hunley einen militärischen Rang vorzuweisen. In Charleston wird das U-Boot nur noch der "eiserne Sarg" genannt. Doch Hunley gibt nichts auf das Geschwätz. Gemeinsam entwickeln die beiden einen Plan, berechnen, dass sie vier Stunden brauchen, um die Unionsflotte zu erreichen. Doch dann fasst Hunley einen verhängnisvollen Entschluss.

Am Morgen des 15. Oktober 1863 läuft das Unterseeboot ohne Dixon aus. Horace Hunley führt an diesem Tag selbst das Kommando. Er ist zwar theoretisch mit der Technik seines Boots vertraut. Es jedoch selbst zu führen, überfordert seine praktischen Fähigkeiten. Er will das Boot auf eine größere Tauchtiefe bringen, da unterläuft ihm ein fataler Fehler. Er vergisst, das Ventil des vorderen Ballasttanks rechtzeitig zu verriegeln. Wasser dringt ein. Hunley ist vollkommen hilflos. Das Boot sinkt und ist nicht mehr zu halten. Die Besatzung ertrinkt in den seichten Gewässern des Hafens von Charleston. Hunley ist das Opfer seiner eigenen Erfindung geworden.

Letzte Chance für Dixon

Erst nach drei Wochen kann das Boot gehoben werden und Horace Hunley wird mit allen militärischen Ehren beigesetzt. Beauregard will nichts mehr von dem U-Boot hören. Aber Dixon gibt nicht auf. Soll Hunley sein Leben umsonst geopfert haben? Schließlich willigt der General ein. Er gibt Dixon eine allerletzte Chance.

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