Erster Kontakt mit der Inka-Kultur

Hiram Binham ist fasziniert von lateinamerikanischer Geschichte

Hiram Bingham ist gerade mal 12 Jahre alt, als er seinem puritanischen Elternhaus zum ersten Mal entfliehen will. Geboren wird er am 19. November 1875 auf Hawaii, als Sproß einer berühmten Missionarsfamilie. Große Fußstapfen für den Zwölfjährigen, in dem bereits das Herz eines Entdeckers pocht.

Bingham in Vilcabamba Quelle: ZDF

Um die Fluchtpläne realisieren zu können, hat der junge Hiram sein Schulgeldkonto geplündert. Mit den Tickets für die Überfahrt zum amerikanischen Festland in der Tasche will er mit seinem Freund Bill nach New York City: Vielleicht ist Thomas Alva Edison sein Vorbild, denn Hiram will es ihm gleichtun: als Zeitungsjunge versuchen und berühmt zu werden. Doch aus nicht überlieferten Gründen läuft das Schiff an diesem Tag nicht aus. Zudem verrät sein Freund Bill den Fluchtplan, weil er aus Angst vor der eigenen Courage einen Rückzieher macht und in sein Elternhaus zurückkehrt.

Traum von der Karriere als Historiker

Hiram Bingham als Yale-Absolvent Quelle: ZDF

In den folgenden Jahren glänzt Bingham durch herausragende schulische Leistungen. Fünf Jahre nach seinem Fluchtversuch darf er die ersehnte Reise endlich antreten. Er folgt zunächst der familiären Tradition, studiert Theologie - an der Universität Yale. Wenige Jahre später, am 5. Dezember 1898 macht Bingham die Bekanntschaft von Alfreda Mitchell, einer Enkelin des schwerreichen Gründers der Tiffanydynastie. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Die beiden heiraten und beziehen ein stattliches Anwesen in der Prospect Street. Doch Bingham will nicht nur Ehemann sein. Er träumt von einer Karriere als Historiker und wendet sich der Geschichte Südamerikas zu.

Universität von Yale Quelle: ZDF


Für die Yale Universität nimmt Bingham im Dezember 1908 an einem Kongress in Chile teil. Im Anschluss begibt er sich auf eine sechsmonatige Forschungsreise, die ihn erstmals auch nach Peru führt. In Choqquequirau kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung. Der Präfekt der Region führt Bingham durch die alte Inkastätte. Schatzsucher hielten den Ort lange für Vilcabamba, die letzte Residenz der vor den Spaniern geflüchteten Inka. Als Bingham und seine Begleiter Choqquequirau vor sich sehen, drei kleine Ansammlungen mehr schlecht als recht gebauter Häuser, ist er sicher, dass dies nicht die letzte Hauptstadt der Inkas sein kann, denn die hochentwickelte Baukunst des Volkes ist ihm seit dem Besuch in Cuzco vertraut. Einen Monat später wird sein Urteil bestätigt.

Kampf zwischen Inka-Kriegern und Spaniern Quelle: ZDF

Der Blick der Eroberer

Von nun an widmet sich Bingham intensiv der Geschichte der Inka. Die ist geprägt vom Blick der Eroberer. Unter dem Kommando von Francisco Pizarro erobern die Spanier im Jahr 1532 das heutige Peru. Die Inka fliehen nach Vilcabamba. Von dort aus leisten sie noch bis 1572 Widerstand. Das 16. Jahrhundert ist die Zeit des Aufbruchs. In Europa verteidigt Luther seine Reformation. Die Portugiesen gründen ihre erste Siedlung in Südamerika und Cortez besiegelt in Mexiko den Untergang der Azteken.

Die Eroberer sind geblendet vom Reichtum der indianischen Urbevölkerung. Doch für die Inka besaß das Gold keinen materiellen Wert. Nach ihrem Glauben entstand es jährlich neu aus der Erde - durch den Sonnengott, der so seine Macht und seinen Glanz an die Menschen gab. Die Berichte vom Gold der Inka blieben nicht ohne Folgen. Zahlreiche Schatzjäger haben sich schon damals durch die abgelegenen Täler Perus gegraben und ihr Glück versucht. Vergeblich. Auch Hiram Bingham kennt die Geschichten rund um das Inka-Gold und den Rückzugsort Vilcabamba, den bislang noch niemand gefunden hatte. Ist das seine Chance berühmt zu werden?

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