Europa im Klimawandel

Ursachen und Entstehung von Eiszeiten

Die Erde wurde im Laufe seiner Geschichte immer wieder von Eiszeiten geprägt. Doch wie kam es zu solchen extremen Klimaschwankungen? Die Ursachen könnten auch für unser zukünftiges Klima von Bedeutung sein.

Was ist eine Eiszeit?

Wann war die letzte Eiszeit?

Als Eiszeit (auch Glazial oder Kaltzeit) bezeichnet man eine erdgeschichtliche Periode, in der die Pole und die Höhenlagen vergletschert sind. Innerhalb eines Eiszeitalters wechseln sich Eiszeiten und Warmzeiten (Interglaziale) ab. Die vergangenen Eiszeiten dauerten rund 100.000 Jahren, die dazwischenliegenden Warmzeiten etwa 10.000 bis 20.000 Jahre.


Die letzte Eiszeit endete vor rund 11.000 Jahren. Während ihres Höhepunktes vor 20.000 Jahren waren weite Teile Europas von einer bis zu zwei Kilometer dicken Eisschicht bedeckt. Die gigantischen Wassermassen froren zu Eis und so lag der Meeresspiegel ungefähr 100 Meter tiefer als heute. Die globale Durchschnittstemperatur war 5 bis 6 Grad Celsius niedriger. Während der letzten Eiszeit waren 32 Prozent der Erdoberfläche von Eis bedeckt, heute sind es noch etwa 11 Prozent. Die Nordsee war weitgehend trockenes Land, ein flaches Tal mit ausgedehnten Grasebenen. Zurzeit befinden wir uns in einer Warmperiode (Holozän) im Eiszeitalter Quartär.

Was sind die Ursachen für Eiszeiten?

Wirklich gelöst ist das Rätsel um die sich zyklisch abwechselnden Warm- und Kaltzeiten nicht. Wissenschaftler gehen zum einen davon aus, dass die Veränderung der Erdbahngeometrie ein Hauptgrund für den plötzlichen Klimawandel sei. Diese wird durch wechselseitige Gravitationskräfte im System Sonne, Erde, Mond gelenkt. Die Kräfte verändern die Form der elliptischen Erdumlaufbahn um die Sonne in periodischen Abständen von etwa 100.000 Jahren. Durch diese so genannten Milankovitch-Zyklen kommt es zu einer verringerten Sonneneinstrahlung in den nördlichen Breiten und damit zu einer Eiszeit.

Der Golfstrom: Heizung Europas

Zum anderen regulieren Meeresströmungen unser Klima. Der Golfstrom spielt dabei eine große Rolle. Er transportiert tropisch warmes Wasser vom Golf von Mexiko über den Atlantik nach Nordeuropa. Dort gibt das Oberflächenwasser seine Wärme an die Luft ab, bevor sie durch die Westwinde nach Europa gelangt. Das ganze funktioniert als perfekter Kreislauf: Ein Teil der warmen Fluten verdunstet auf dem Weg in den Norden und verliert an Salzgehalt. Damit steigt die Wasserdichte und das warme Wasser wird schwerer als das des Nordatlantiks. Vor der Küste Grönlands kühlt es soweit ab, dass es knapp über dem Meeresboden sinkt und wieder gen Süden zurück fließt.

Wasserkreislauf in Gefahr

Der Golfstrom versiegte bereits vor 20.000 Jahren einmal. Auch heute ist die Zentralheizung Europas in Gefahr. Steigen die Temperaturen zum Beispiel in Folge des Treibhauseffektes immer mehr an, schmelzen die Pole. Dieser fortwährende Zufluss von kaltem Süßwasser in den Nordatlantik senkt den Salzgehalt und verursacht ein Absinken des Golfstroms weiter südlich. Der Strom wird somit immer schwächer bis die Warmwasserheizung zum Erliegen kommt. Überschwemmungen, kältere Winter und letztendlich der Beginn einer neuen Eiszeit könnte die Folge sein.

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