Expedition Erde (4/5): Eis

Gefrorener Gestalter der Erde

Seit Menschen auf der Erde leben, war Eis die dominante Kraft. Eiszeiten lösten Massensterben aus und Gletscher gaben den Landschaften ihre Form. Vermutlich haben die Eismassen sogar mehrfach die Entwicklung unserer Art beeinflusst.

ZDF-Kameramann Michael Habermehl und Thomas Reiter in einer Eisspalte Quelle: ZDF,Michiko Yokoe

Zu Beginn dieser Folge untersucht Thomas Reiter einen der größten Gletscher der Welt, den Vatnajökull im Südosten Islands. Abgeseilt in einer Gletscherspalte lernt er das Eis als eine der außergewöhnlichsten Substanzen der Erde kennen, die ganz verschiedene, zum Teil widersprüchliche Eigenschaften in sich vereinigt.

Fest wie Fels, fließend wie Sirup

Einerseits ist Eis sehr fest. Thomas Reiter und das ZDF-Team verlassen sich darauf, dass es so viel Festigkeit wie Fels besitzt und beim Abseilen ihr Gewicht problemlos trägt. Andererseits verhält sich das Eis eines Gletschers aber auch wie eine Flüssigkeit. Über längere Zeiträume betrachtet, überwindet es weite Strecken und gleitet ins Tal hinunter.

Diese Fließbewegung konnte mit Hilfe von Zeitrafferaufnahmen sichtbar gemacht werden. Mehrere Monate beobachtete eine Spezialkamera beispielsweise den Argentière-Gletscher in den französischen Alpen. Zusammengedrängt auf wenige Sekunden wird die Dynamik des Gletschereises für das menschliche Auge sichtbar.

Joe Houlding klettert am El Capitan Quelle: ZDF

Gefährliche Kletterpartie

Welche gewaltigen Energien tatsächlich im Eis schlummern, kann man an den Landschaften sehen, die einst von Eis bedeckt waren. Joe Houlding ist einer der besten Extrembergsteiger der Welt. Er bezwingt für die Sendung den El Capitan, einen Monolithen im kalifornischen Yosemite Nationalpark. Der Fels wurde zum Eldorado der Kletter- Szene, weil die Wände des Giganten fast senkrecht aufragen und erstaunlich glatt geschliffen sind. Es gibt nur sehr wenige Bergsteiger, die dieser Herausforderung gewachsen sind.

Ohne den Einfluss des Eises wäre der El Capitan allerdings ein Allerweltshügel geblieben. Während einer der zurückliegenden Eiszeiten schliffen die Eismassen eines gigantischen Gletschers den Fels in Form.

Ein Labor tief im Eis

Eine ganz besondere Perspektive auf ihren Gletscher hat die Glaziologin Miriam Jackson. Ihr Arbeitsplatz liegt mehrmals im Jahr bis zu 200 Meter tief unter den Eismassen des norwegischen Svartisen Gletschers. In dem Eislabor am Gletscherboden versucht sie herauszufinden, warum das Eis sich überhaupt talwärts bewegt und welche Geschwindigkeiten es erreichen kann. Dabei machte sie erstaunliche Entdeckungen.

Konnie Steffen blickt in eine Eisspalte Quelle: ZDF

Ebenfalls Erstaunliches beobachtet der Wissenschaftler Konnie Steffen. Er erforscht mit seinem Team den Zusammenhang von Gletschermühlen und dem Abschmelzen der Gletscher. Wir beobachten ihn bei einer Forschungsmission mit einer NASA-Kamera, die eigentlich für die Erforschung von Eisplaneten entwickelt wurde.

Beweise für eine riesige Flutwelle

Und auch der Geologe Vic Baker ist den Geheimnissen des Eises auf der Spur. In der Landschaft im Nordwesten der USA erkennt der Forscher Hinweise auf eine gewaltige Flutkatastrophe der letzten Eiszeit.

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