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Expedition in die Südsee - Georg Forster

Auf den Spuren eines großen Naturforschers und Entdeckers

Doku | Terra X - Expedition in die Südsee - Georg Forster

Ab 1772 umsegelt der erst 17-jährige Georg Forster die Welt: Dabei wird er mehr als 400 damals in Europa unbekannte Pflanzen- und Tierarten entdecken - und er wird einer der ersten Ethnologen.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.05.2022, 19:30
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2012

Georg Forster ist einer der größten deutschen Entdecker, doch sein Name ist heute fast unbekannt: Im Jahre 1772 erhält der 17-Jährige durch einen Zufall die Möglichkeit, James Cook, den größten Schiffskapitän seiner Zeit, auf einer großer Weltumseglung zu begleiten.

Georg Forster Porträt
Georg Forster Porträt Quelle: imago/United Archives

Dabei wird Cook Inseln und Völker entdecken, Georg Forster aber mehr als 400 unbekannte Pflanzen- und Tierarten. Als einer der ersten Ethnologen hinterlässt der junge Deutsche nicht nur zahlreiche Naturforschungen, sondern er zeichnet sich vor allem durch seine Persönlichkeit aus. Georg Forster ist ein ungewöhnlicher Zeitgenosse des 18. Jahrhunderts.

Keine Vorurteile

Anders als die meisten glaubt er nicht an die naturgegebene Überlegenheit der weißen Europäer. Die Menschen der Südsee sind für ihn nicht weniger wert als seinesgleichen in Europa. Vorurteile kennt Forster nicht. Dafür aber eine kritische Haltung gegenüber all denen, die ihre Völker beherrschen. Ob Adlige in Europa, die zusehen wie ihre Untergebenen verhungern, oder Priester in der Südsee, die sich von ihren Stammesangehörigen füttern lassen - Georg Forster lehnt sie alle ab. Kaum verwunderlich, dass er mit seiner für die damalige Zeit radikalen Einstellung immer wieder in Konflikte hineingerät - auch mit dem herrischen Kapitän James Cook.

Nach seiner Rückkehr unterstützt Georg Forster die französische Revolution. Da seine Weltreise ihn in seinem Glauben bestärkt hat, dass niemand das Recht habe, sein Volk auszubeuten, will er aktiv an der Vertreibung der Fürsten und Adligen von der Macht teilnehmen. In Deutschland wird er deshalb als Vaterlandsverräter gebrandmarkt und muss die letzten Jahre seines Lebens im Exil in Paris verbringen, wo er 1794 knapp 40-jährig stirbt. Deshalb geraten seine Schriften in Deutschland mehr als 200 Jahre lang in Vergessenheit.

Prägende Erkenntnisse

Das "Terra X"-Team begleitet Robert Atzorn auf seiner anstrengenden Spurensuche rund um die Welt. Der Schauspieler entdeckt dabei einen jungen Mann, dessen Weltbild heute noch äußerst modern erscheint. Aufwändige szenische Rekonstruktionen lassen darüber hinaus die schicksalhaften Ereignisse der langen Seereise lebendig werden. Dabei entsteht das Porträt eines großen Naturforschers, dessen Erkenntnisse und Hinterlassenschaften heute wieder prägend für eine ganze Wissenschaft sind.

Eckdaten Georg Forster

1754 Georg Forster wird am 26. November in Nassenhuben bei Danzig geboren. Im Alter von zehn Jahren erkundet er mit seinem Vater die Wolgaregion. Übersiedlung nach England.
1772 Berufung von Vater Johann Reinhold Forster und Georg Forster in das wissenschaftliche Team, das den Entdecker James Cook auf seiner zweiten Weltumseglung begleiten soll. Am 13. Juli erfolgt der Start zu einer drei Jahre dauernden Reise um die Welt. Ihr Auftrag: Die Suche nach der sagenhaften "terra australis incognita", einem großen, fruchtbaren Land am Südpol.
1773 bis 1775 Am 18.Januar 1773 überquert das Schiff von Cook als erstes in der Geschichte der Seefahrt den südlichen Polarkreis. Die Expedition erreicht Neuseeland, Begegnung mit der Kultur der Maori. Sie führt zu den Osterinseln, den neuen Hebriden, Neukaledonien, Kap Hoorn und Süd Georgien. Aufenthalt auf Tahiti und der Vulkaninsel Tanna. Am 30. Juli 1775 kehren sie nach England zurück. Georg Forster wird Mitglied der "Royal Society" in London. Sein Vater wird Ehrendoktor der Universität Oxford.
1778 bis 1782 Professorentätigkeit in Kassel. Band 1 der "Reise um die Welt" erscheint in Berlin in deutscher Sprache. Besuche in Göttingen und Berlin.
1783 Berufung als Professor nach Wilna, damals Polen.
1785 Heirat mit Therese Heyne, Tochter des Altphilologen Christian Gottlob Heyne in Göttingen. Auf der Rückreise Besuch bei Goethe in Weimar.
1787 Der Plan einer russischen Südseeexpedition scheitert.
1792 Französische Besetzung der Stadt Mainz. Georg Forster gehört zu den Gründungsvätern der Mainzer Republik. Als Abgeordneter im Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent wird er nach Paris delegiert, um den Anschluss von Mainz an Frankreich zu betreiben.
1793/1794 Rückeroberung der Stadt Mainz durch preußische Truppen. Forster gilt als Vaterlandsverräter. Er bleibt in Paris, verfasst Schriften zur Revolution in Mainz und zur Lage in der französischen Hauptstadt.
1794 Am 10. Januar stirbt Georg Forster in Paris. Nach seinem Tod erscheint seine Schrift: "Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit".

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