Expeditionen zu den Letzten ihrer Art

Teil 2: Eisbären, Grizzly-Bären, Gir-Löwen und Buckelwale

In seiner neuesten Dokumentationsreihe zieht es den Abenteurer und Tierfilmer zunächst in eisige Regionen. Seit 20 Jahren filmt und beobachtet Andreas Kieling Eisbären rund um den Nordpol. Er besucht diesmal auch die berühmte Eisbäreninsel im Nordatlantik: Spitzbergen. Weitere Stationen: Grizzlybären im Westen Alaskas, Gir-Löwen in Indien und Buckelwale vor der Dominikanischen Republik.

Andreas Kieling mit Kamera bei minus 52 Grad Celsius
Andreas Kieling mit Kamera bei minus 52 Grad Celsius Quelle: ZDF/Andreas Kieling

Andreas Kieling will mit der Kamera dabei sein, wenn Eisbärenjungen mit ihrer Mutter zum ersten Mal ihre Wurfhöhle unter dem Schnee verlassen und auf Wanderschaft gehen. Eine extreme Herausforderung bei Temperaturen um Minus 50 Grad Celsius. Ende Februar kehrt in den polaren Regionen langsam das Tageslicht ein. Um diese Zeit verlassen die Eisbärenmütter mir ihrem etwa drei Monate alten Nachwuchs ihre Höhlen. Seit über einem halben Jahr haben die Mütter nichts mehr gefressen, nachdem sie im Herbst ihre Wurfhöhle gegraben, im Winter ihre Jungen geboren und sie nur von ihren körpereigenen Reserven gesäugt haben.

Eisbärmutter läuft mit ihren Kindern über Schneefläche
Eisbärmutter läuft mit Kindern Quelle: ZDF

Mörderische Temperaturen

Die Kleinen sind nun kräftig genug, um auf die strapaziöse Wanderung bis zur weit entfernten Packeisgrenze zu gehen. Eine Woche muss Andreas Kieling bei diesen mörderischen Temperaturen vor einer Wurfhöhle ausharren, bis es endlich soweit ist. Vorsichtig schiebt sich die Nasenspitze der Eisbärenmutter durch den festen Schnee. Dann kommen drei kleine Fellknäuel mit ihr ans Licht. Der über 60 Kilometer lange Marsch zum Packeis ist für alle eine riesige Strapaze und kostet eines der Jungen schließlich das Leben. Immer wieder müssen die Bärin und ihre Jungen vor den eisigen Polarstürmen Schutz in eilig gegrabenen Schneemulden suchen.

Als Bärenmann hat sich Andreas Kieling auch in anderen Regionen längst einen Namen gemacht. Er ist einer der wenigen Menschen weltweit, denen es bisher gelungen ist, den Riesengrizzlies im hohen Norden so nahe zu kommen. Auch dieses Mal will der Grizzlymann wieder Auge in Auge den Giganten gegenüber stehen - und sie endlich sogar in den Flüssen unter Wasser filmen: ein Tauchgang mit dem größten Landraubtier der Erde. Das erfordert vor allem Erfahrung und sehr viel Wissen um die Giganten, das sich Andreas Kieling wie kaum ein anderer im Laufe seines Tierfilmerlebens erworben hat.

Löwen ohne Mähne

Wenn es um Löwen geht, denkt jeder sofort an Afrika. Doch wild lebende Löwen, wenn auch ohne Mähne, gibt es in einem kleinen Gebiet in Indien. Im Gir-Wald, im nordwestlichen Bundesstaat Guajarat, lebt die letzte Population des Asiatischen Löwen. Einst über ganz Eurasien und Nordafrika, von Griechenland bis Indien verbreitet, leben heute nur noch wenige Tiere in dem rund 1400 Quadratmeter großen Gir-Wald. Zu klein für die Jäger. Sie benötigen riesige Streifgebiete, um genügend Beute zu finden.

Doch nicht nur die Bären und Löwen haben es ihm angetan: Auf einer Expedition in die Dominikanische Republik will Kieling Buckelwaletreffen. Jedes Jahr versammelt sich hier fast die gesamte atlantische Population dieser Meeresgiganten, immerhin an die 5000 Tiere. Sie kommen aus dem hohen Norden des Polarmeeres, um sich in den wärmeren Gewässern zu paaren und ihre Kälber zur Welt zu bringen. Doch Ozean und Buckelwale scheinen sich diesmal gegen den Tierfilmer verschworen zu haben. Wochenlang herrscht schlechtes Wetter und hoher Wellengang, so dass an Filmaufnahmen kaum zu denken ist. Ein Abenteuer mit Seekrankheit, das letztlich doch noch zu einem guten Ende führt.

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