Experimente mit Druckluft

Wiederaufnahme der Tunnelbauaktivitäten

Die Politiker in Boston haben versprochen: wenn Crocker eine Erfolg versprechende neue Technik findet, darf er den Hoosac-Tunnel weiterbauen. Fieberhaft sucht Crocker nach einem Ausweg. Verzweifelt schreibt er Briefe an alle bedeutenden Ingenieure und bittet um Rat.

Aus Frankreich erhält Crocker eine vielversprechende Antwort. Dort werden erstmals neuartige Druckluftbohrer beim Tunnelbau eingesetzt. Das könnte die ersehnte Lösung sein. Sofort wird ein Ingenieur auf die beschwerliche Reise geschickt: zum Tunnelbau im Mont Cenis in den französischen Alpen.

300 Schläge pro Minute

Doch am Mont Cenis stößt der Ingenieur zunächst nur auf altbekannte Arbeitsmethoden. Aber dann, tief im Berg, stockt ihm der Atem. Mit 300 Schlägen pro Minute hämmern sich die Druckluftbohrer in den Fels, lassen das Meißeln mit Hand wie aus der Steinzeit erscheinen. Umgehend schickt der Ingenieur seinen Bericht zum Parlament nach Boston. Beeindruckt von den Druckluftbohrern geben die Politiker dem Hoosac-Tunnel eine neue Chance - unter staatlicher Kontrolle. Jahre nach dem Baustopp - Jahre, in denen Alvah Crocker auch politisch nicht untätig war.

Alvah Crocker wird vom Staat zum Aufsichtsbeamten ernannt. Sechs Jahre nach seiner peinlichen Niederlage steht er wieder im Rampenlicht und wird sogar für sechs Monate der Direktor an der Spitze des Unternehmens. Endlich darf Crocker die Tunnelportale wieder öffnen. Er lässt Generatorenhäuser bauen, aus denen die Druckluft für die neuen Bohrer kommen soll. Von überall her strömen wieder Arbeiter zum Hoosac und quartieren sich in den verlassenen Hütten ein.

Zweite Trasse statt Tunnel



Crocker ist sich sicher, dass er jetzt endlich den Hoosac bezwingen und seine Vision in die Tat umsetzen wird. Doch sein Gegner Chapin hat noch nicht aufgegeben. Er schlägt vor, seine Eisenbahnlinie auszubauen. Er will die Strecke durch das Gebirge um einen zweiten Strang erweitern um Crockers Tunnel überflüssig zu machen.

Chapins Arbeitstrupps legen jeden Tag mehrere hundert Meter Schienen über die Berge. Wer schafft es zuerst, Neuengland mit dem Rest der USA zu verbinden? Chapin über Tage oder Crocker Untertage? Ein gnadenloser Wettlauf, bei dem am Ende nur einer übrig bleiben kann.

Sofortiger Einsatz



Crocker hat inzwischen an technischen Verbesserungen der Druckluftbohrer arbeiten lassen. Noch sind die ersten Prototypen nicht richtig erprobt. Doch jetzt, im Frühjahr 1866, befiehlt er den sofortigen Einsatz. Niemand weiß, ob sie dem hohen Druck von sechs bar gewachsen sind. Die Ingenieure haben Crocker dringend von einem übereilten Einsatz abgeraten. Jetzt wird sich entscheiden, ob er den Politkern nicht zu viel versprochen hat. Die erste Zündung schlägt fehl. Doch dann hämmert der Bohrer auf einmal los. Das kann Crocker einen wichtigen Vorsprung im Wettlauf mit Chester Chapin verschaffen.

Crockers Ingenieure haben sogar eine neue Methode ausgearbeitet, den Vortrieb zu beschleunigen. Bisher wurde mit Schwarzpulver in allen Löchern gleichzeitig gesprengt. Jetzt sollen mehrere Kreise von innen nach außen zeitlich versetzt gezündet werden. Eine enorme Steigerung der Sprengwirkung und ein Riesenschritt in der Geschichte des Tunnelbaus.

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