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Explosive Strategie

Schneise soll den Feuersturm bändigen

Die Feuerwehr hat den Kampf gegen die Flammen verloren. Den Menschen hilft nur noch die Flucht. Eine letzte Hoffnung ist General Funston. Mit seinen Soldaten sprengt er ganze Häuserzeilen weg, um dem Feuer den Weg abzuschneiden. Schmitz erlaubt die Sprengungen.

Doch leider erreichen die Explosionen nicht die erhoffte Wirkung. Die Flammen breiten sich schneller aus als zuvor. Doch die Armee hält an ihrer Strategie fest.

Hohe Entflammbarkeit

Als ihr kleiner Vorrat an Dynamit verbraucht war, benutzen Soldaten und Feuerwehrmänner Schwarzpulver, Schießbaumwolle und Dynamitgranulat. Drei Stoffe mit niedriger Explosionswirkung, aber hoher Entflammbarkeit. Was das Inferno stoppen soll, facht zusätzliche Feuer an und weitet die Katastrophe noch aus. Viele tausend Menschen haben ihre Häuser verloren und retten sich mit ihren Habseligkeiten in Notunterkünfte am Stadtrand.



Nicht alle Familien haben die Katastrophe so gut überstanden, wie die Dulbergs. Und auch auf sie warten weitere Prüfungen. Die Verwüstung in der Stadt hat einen rechtsfreien Raum geschaffen, in dem das Gesetz des Stärkeren gilt. Das Ausmaß an Plünderungen, Mord und Chaos hat nach dem Schießbefehl des Bürgermeisters zugenommen. Aber es gibt auch Einheiten, die versuchen, die Ordnung in der Stadt wieder herzustellen. Gesunde Männer wie Bernhard Dulberg sind dazu verpflichtet, die Straßen zu räumen für Krankentransporte. Die Arbeiter werden von den Sicherheitskräften bewacht.

Fluchtpunkte Hafen und Parks

Unterdessen gehen die Sprengungen weiter. Immer mehr Häuser werden dem Erdboden gleich gemacht. Während viele Flüchtlinge zu den Fähren im Hafen fliehen, retten sich Andere in die Parks der Stadt. Hungrig, durstig und von Flammen bedroht, brauchen diese Menschen dringend Hilfe. Bürgermeister Schmitz, der sich nun selbst in einem Zeltlager befindet, veranlasst, dass die Flüchtlingsströme in den Golden Gate Park und zur Armeebasis gelenkt werden, wo Bedürftige besser versorgt werden können. Unterdessen fahren Militärlaster Lagerhäuser und Bäckereien an und beschlagnahmen tonnenweise Kartoffeln und Brot für das Gemeinwohl. Viele ergreifen selbst die Initiative und errichten Garküchen, um sich und Andere zu versorgen.

Auch Hugh Liang wird evakuiert und einem Militärlager zugeführt, wo er sich ein Zelt mit einem anderen Waisenjungen teilt. Liang: Während der ganzen Zeit brannte die Stadt immer weiter. Das Feuer war so intensiv und der Wind so heftig, dass die Funken bis zu uns herüber geweht wurden. Zum Glück hatten wir hier Wasser und konnten unser Zelt befeuchten, um zu verhindern, dass es Feuer fing.

"Alle gaben ihr Bestes"



Innerhalb der Lager kümmern sich Geistliche um die Verzweifelten. Der Fotograf Arnold Genthe hält die Atmosphäre im Camp mit der Kamera fest: "Ich verbrachte die Nacht in diesem Park, mit Tausenden anderen , die sich in der selben misslichen Lage befanden wie ich. Manchmal hatte ich das Gefühl, als ob dort ganz normale Menschen campen würden und nicht Flüchtlinge einer Katastrophe. Alle gaben ihr Bestes, um ihr Elend zu überwinden und sie strahlten sogar Zuversicht aus."

Ein schwarzer Tag in der Geschichte San Franciscos geht zu Ende. Manche finden etwas Schlaf während andere kein Auge zu tun. Die Flammen drohen nun auch, auf den Westen der Stadt überzugreifen, der bisher verschont geblieben ist.

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