Fakt oder Fiktion?

Rätsel um den Mann aus Nazareth

Vermutlich am 7. April 30 wird der Prediger und Wunderheiler Jesus von Nazareth in Jerusalem hingerichtet. Der Anklage nach wollte er sich zum König der Juden erheben. Dafür lassen ihn die Römer ans Kreuz schlagen - damals die grausamste und schändlichste Strafe. Der Verurteilte stirbt unerwartet schnell.

Um den Tod festzustellen, stößt der römische Hauptmann Longinus seine Lanze in die Seite des Gekreuzigten. Denn auf Wunsch der Juden soll der Leichnam noch vor Beginn des Sabbat beigesetzt werden. Seine Anhänger nehmen Jesus vom Kreuz ab, bringen ihn in ein neu errichtetes Grab und schieben einen großen Rollstein davor.

Der Auferstandene

Zwei Tage später machen sich Maria, Salome und Maria Magdalena auf, um den Toten zu salben. Der schwere Stein aber ist zur Seite gewälzt, die Gruft leer. Und ein Engel verkündet ihnen, Jesus sei auferstanden. So steht es in drei Evangelien. Nur Johannes erzählt, Jesus selbst sei Maria Magdalena am Grab erschienen. Doch erst als er sie anspricht, erkennt sie in ihm den Herrn.

Kurz danach begegnet er zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Später sitzt er mit ihnen am Tisch und bricht das Brot. Da merken sie, wer er ist. Der Gemeinschaft der zwölf Jünger zeigt er sich, als sie hinter verschlossenen Türen zusammen sitzen. "Seht meine Hände und Füße," sagt er, "fasst mich an, kein Geist hat Fleisch und Knochen." So lässt sich selbst der ungläubige Thomas überzeugen. Dem christlichen Glauben nach ist Jesus auferstanden.

Einzigartige Wirkung

Die Nachweise der historischen Person Jesus sind weniger eindeutig. Noch immer existiert kein verlässlicher Lebenslauf des Galiläers, der mit seinem Tod die Welt veränderte. Einig sind sich die Experten nur über die einzigartige Wirkung seiner Lehre. Den Grundstein dafür legten seine Anhänger. Er selbst hinterließ kein einziges schriftliches Zeugnis.

Auch weiß niemand, wie der Heilsbringer aussah. So schuf sich jede Epoche ihr eigenes Bild. Die wenigen sachdienlichen Informationen gründen weitgehend auf Vermutungen. Daher bleibt der Steckbrief vage. Name: Jesus. Geburtsjahr: 4 vor unserer Zeit. Geburtsort: Bethlehem oder Nazareth. Beruf: Zimmermann oder Wanderprediger. Gekreuzigt am 7. April 30.

Kleiner Aktionsradius

Seine Heimat war Galiläa, im Norden von Palästina. Im ersten Jahrhundert litt das Land unter der Besatzung der römischen Weltmacht, die damals den ganzen Mittelmeerraum beherrschte. Der Aktionsradius des erwachsenen Jesus ist der Bibel zufolge schnell abgesteckt. Er umfasst ein kleines Areal am See Genezareth - nach der Hauptstadt Galiläas auch See Tiberias genannt. An seinen Ufern predigte der Erlöser und vollbrachte Wundertaten - im Fischerdorf Kapernaum, in Bethsaida, Chorazim, Kana und Magdala. In einem Umkreis von nicht mehr als rund 60 Kilometern.

Eine ländliche Region - fernab der politischen und kulturellen Zentren. Bewohnt von Tagelöhnern, Handwerkern, Hirten und vor allem Bauern. Mühsam bewirtschafteten sie den Boden, der kaum mehr als zum Leben notwendig hergab. Die Mission Jesu begann also bei der armen Landbevölkerung.

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