Faszinierendes Tansania

Mythos und Wirklichkeit am Kilimandscharo

Tansania ist wie die Essenz von Afrika. Rätselhafte Kulturen, einzigartige Naturlandschaften und eine faszinierende Tierwelt machen die Anziehungskraft des Landes am Äquator aus. Für Faszination Erde berichtet Dirk Steffens von riesigen Gnuwanderungen in der legendären Serengeti, erfährt, wie die Buschmänner in der Wildnis überleben, und geht der Frage nach, ob es die sagenhaften Elefantenfriedhöfe tatsächlich gibt.

Elefantenherde mit Kilimandscharo im Hintergrund
Elefantenherde mit Kilimandscharo im Hintergrund Quelle: ap

Der Name "Tansania" ist eigentlich ein Kunstwort: Er wurde geschaffen, als sich das bisherige Tanganjika - das Festland Tansanias - und die Insel Sansibar 1963 zu einem neuen unabhängigen Staat vereinigten. Eine kurze Epoche lang, von 1885 bis 1918, war das von Privatleuten kolonisierte Land als "Deutsch-Ostafrika" Teil des Deutschen Reiches gewesen.

Klimawandel am Kilimandscharo?

Damals, zu Kolonialzeiten, war der Kilimandscharo der höchste Berg Deutschlands. Der Vulkan mit dem Gipfelgletscher gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. Denn der "Schnee auf dem Kilimandscharo", den ein Roman von Ernest Hemingway einst berühmt machte, ist in den vergangenen Jahren immer weniger geworden. Während manche Forscher darin einen offensichtlichen Beleg für den Klimawandel sehen, lassen neue Untersuchungen daran zweifeln. Manche Experten halten es für möglich, dass das ewige Eis auf dem Gipfel wieder zunehmen könnte. Klimaforscher beobachten die Entwicklung am legendären Tropenvulkan mit Spannung.

Zebras in der Serengeti
Zebras Quelle: ZDF

Am Fuß des Vulkanmassivs erstreckt sich die weite Savanne der Serengeti. "Endloses Land" bedeutet Serengeti in der Sprache der Massai. Die ausgedehnten Grassteppen sind die Heimat gigantischer Tierherden. Allein 1,5 Millionen Gnus und mehrere Tausend Raubtiere bevölkern die Savanne. Seit den ersten Tierzählungen und Erkenntnissen über die Wanderbewegungen durch Bernhard Grzimek in den 1950er Jahren haben die Wissenschaftler viele neue Erkenntnisse gewonnen. Bernhard Grzimek ist es zu verdanken, dass die Serengeti Naturschutzgebiet wurde, in dem sich bis heute das Leben fast ohne Eingriffe von außen entwickeln kann.

Mythen und Fakten über Elefanten

Doch wenn Elefanten jenseits der Nationalparkgrenzen in den Feldern der Massai wildern, zeigt sich, vor welchen Herausforderungen die Naturschützer stehen. In einer halben Stunde kann eine Elefantenherde die Nahrung einer Großfamilie für sechs Monate zerstören. Deutsche Wissenschaftler arbeiten inzwischen an Methoden, um die Ernten der Massai in Zukunft zu sichern und damit gleichzeitig die Elefanten zu schützen.

Dirk Steffens vor Teilen eines Elefantenskeletts
Dirk Steffens Elefantenknochen Quelle: ZDF

Um Elefanten, die größten noch lebenden Säugetiere, ranken sich viele Mythen: Erkennen sie die Knochen ihrer Ahnen? Können sie Gewitter und Erdbeben erspüren, bevor wir mit unseren technischen Geräten und Messungen Anzeichen dafür erkennen? Neue Untersuchungen über die besonderen Fähigkeiten der Dickhäuter und ihre ausgeklügelte Kommunikation untereinander, etwa mittels Infraschall, enthüllen Erstaunliches.

Dramatische Entstehungsgeschichte

Der Kilimandscharo ist das auffälligste Zeichen dafür, dass Ostafrika geologisch von einem mächtigen Grabensystem durchzogen ist, einer geologisch außerordentlich unruhigen Zone. Vor Millionen von Jahren brach hier die Erde auseinander. Die Gewalten aus der Tiefe haben die Landschaft damals komplett verändert, und das Feuer unter dieser Region brodelt bis heute. Der aktive Vulkan Ol Doinyo Lengai ist für die Massai der Sitz ihres Gottes Engai. Er "zürnt" seit einiger Zeit und bedeckt die Landschaft mit grauen Aschewolken. Für Geologen ist er ein faszinierendes Studienobjekt - als einziger Vulkan weltweit, der Kalklava ausspuckt.

Auch der Malawisee verdankt seinen Ursprung den gewaltigen Prozessen der Vergangenheit. Er ist einer der tiefsten und gleichzeitig artenreichsten Süßwasserseen weltweit. Wissenschaftler sind fasziniert davon, wie der See, der einmal fast schon ausgetrocknet war, eine so große unvergleichliche Vielfalt an Leben hervorbringen konnte. Die Geschichte des Lebens dort ist eng verknüpft mit der Evolutionsgeschichte des Menschen. Neueste Forschungen legen nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Tierwelt, dem Wandel des Klimas und der Evolution des Homo sapiens gegeben haben muss.

Dirk Steffens mit Pfeil und Bogen bei den Buschmännern
Dirk Steffens mit Pfeil und Bogen Quelle: ZDF

Das Wissen der Buschleute

Wie vor Tausenden Jahren kämpfen auch heute noch Stämme von Eingeborenen in den Weiten der Savanne ums Überleben. Dirk Steffens besuchte die Buschleute Tansanias und entdeckte Erstaunliches über ihr Wissen und ihren Umgang mit der Natur, über ihre Jagdstrategien mit Giftpfeilen und ausgeklügelten Techniken, um an den Honig wilder Bienen zu gelangen. Es ist ungewiss, wie lange die kleinen Gruppen von Buschleuten noch so im Einklang mit ihrer Umwelt überleben können. Kürzlich feierten sie allerdings einen wichtigen Triumph: Mit ihrem beharrlichen Widerstand konnten sie verhindern, dass ihr Lebensraum zum Jagdrevier für ausländische Großwildjäger erklärt wird.

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