Faulendes Schilf

Mit kaputtem Floß in den nächsten Sturm

Die Probleme reißen nicht ab: Die Abora sinkt immer tiefer. Joe Valmana taucht unters Boot und untersucht den Rumpf genauer. Der frühere Schwimmchampion von Kuba und Sieger zahlreicher Turniere entdeckt an einer Seite des Schilfbootes einen tiefen Riss. Er ist besorgt: Steckt dahinter ein verhängnisvoller Konstruktionsfehler?

José taucht seitlich neben dem Schilfboot aus dem Wasser auf Quelle: ZDF

Rückblick ins Jahr 2004: Die Abora entsteht in Bolivien nach jahrhundertealten Vorlagen. Aymara-Indianern, die bereits für Thor Heyerdahl Ra II gebaut haben, schnüren Bündel aus Totora-Schilf. Über die lockeren Papyrusstauden ziehen sie eine gewobene Matte. Sie soll den Rumpf zusammenhalten. Allein diese Seile sollen dem wasserdurchlässigen Bootskörper Stabilität verleihen.

Zeit und Vorräte werden knapp

Doch Lagerung und Transport haben dem Boot schwer zugesetzt. Drei Jahre später, zum Start in New York, ist das Schilf stellenweise verfault und Görlitz muss vor der Abfahrt großflächige Ausbesserungen vornehmen. Die gleiche Reparatur muss jetzt unter Wasser geleistet werden.


Doch damit nicht genug, auch die Nahrungsmittel könnten knapp werden. Dominique Görlitz: "Dummerweise haben wir länger gebraucht, als ich erwartet habe. Es ist der 5. August und ich wollte mitten auf dem Atlantik sein, aber wir haben nur 50 Prozent der vorgesehenen Strecke zurückgelegt. Deswegen müssen wir unsere Essens- und Wasservorräte genau einteilen. Wir haben keinen Notfall, aber wenn wir weiter so langsam fahren, müssen wir über eine Rationierung der Nahrungsmittel nachdenken."

Rostige Dosen und reichlich Wasser

Ingo & Thormod mit rostiger dose Quelle: ZDF


Die Lebensmitteldosen rosten durch das Salzwasser und der Inhalt ist am Vergären. Immerhin kommt manchmal frischer Fisch auf den Tisch. Doch große Fänge sind selten und Höhepunkte der Tagebucheintragungen.

Die Zeit läuft davon. Das Wetter kann schnell auffrischen auf dem Atlantik. Immerhin verschwinden mit dem Regen letzte Ängste vor dem Verdursten. Görlitz und sein Team haben Techniken erdacht, um das wertvolle Süßwasser in die Tanks zu leiten. "Die Menschen in der Frühzeit wären niemals auf dem Atlantik verdurstet, weil es hier jeden Tag mindestens drei bis viermal regnet. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Tanks wieder voll aufzufüllen. Mit so viel Wassern können wir bis in die Sahara fahren." So der Expeditionsleiter

Das Heck macht sich selbstständig

Abora Heck reißt ab Quelle: ZDF


Bei Windstärke fünf kommt die Abora zügig voran. Doch der Himmel verdüstert sich. Die Crew gerät nun bereits zum achten Mal in einen Sturm. Die 17 Tonnen Stroh können den ständigen Walgbewegungen kaum noch Stand halten. Durch die enorme Belastung reißt das Heck auf. Im Laufe des Tages verschlimmert sich die Lage weiter: Abora verliert Schilf - und damit Auftrieb!

Als sich das Wetter beruhigt, kann die Crew das Heck fixieren. Trotz der dicken Taue bleibt es ein instabiles Provisorium. Da hilft nur noch Galgenhumor: "Super, geil! Die Stimmung kann gar nicht besser sein! Wir haben keinen Wind und das Boot ist kaputt. Was willst du mehr?!" So Mark Hobert zur Lage.

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