Fenster in die Vergangenheit

Grabschatz des Keltenfürsten unter Laserbeschuss

Eine Spur zum Gold der Kelten führt nach Osten. In den Flüssen des Böhmerwalds und der Karpaten wird heute noch das kostbare Metall gefunden. Der Grabschatz eines Fürsten lässt ungeahnte Goldvorräte vermuten.

Zogen die Kelten den Flüssen entlang ostwärts, immer dem Gold hinterher? Die Forscher sind heute ziemlich sicher, dass sich ihre Kultur bis zum Schwarzen Meer ausbreitete und vermuten, dass eine ihrer Goldquellen hier liegen muss.

Experimentelle Archäologie

Exploration ist eine Kunst die ein profundes Wissen und Erfahrung voraussetzt. Nur manche Flüsse führen Gold und das auch nur an ganz bestimmten Stellen. Die gilt es zu finden. Experimentelle Archäologen haben eine keltische Goldwaschanlage nachgebaut und ausprobiert. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwei Männer brauchen einen ganzen Tag, um weniger als ein Gramm zu gewinnen. Konnten so die enormen Mengen erzeugt werden, die die "goldsüchtigen" Kelten verbraucht haben sollen?

Das Experiment stellt mehr Fragen als es beantwortet: Wie viele Hundert keltische Hände müssen für die Grabbeigabe eines einzigen Herrschers geschuftet haben? Und: Reichten die Vorkommen in den Flüssen des Ostens tatsächlich dafür aus?

Monumentaler Grabhügel

Hält der Totenkult der Kelten Antworten bereit? Als der Fürst vom Glauberg zu Grabe getragen wurde, trug er einen goldenen Halsreif, 175 Gramm schwer und überaus kunstvoll verziert. Eine Prozessionsstraße führte zum weithin sichtbaren monumentalen Grabhügel mit einer lebensgroßen Steinfigur des Fürsten. Sie zeigt detailgenau seinen Goldschmuck. Welche Botschaften aus der Vergangenheit sind darin verborgen?

Auf Röntgenbildern des sagenhaften Grabschatzes finden die Forscher unter der Oberfläche des glänzenden Metalls Beweise für die handwerklich perfekte Machart des Kunstwerks. Die Sandsteinstatue des Glaubergers, die einst den Grabhügel beherrschte, wird mit High-Tech untersucht. Ein Laserstrahl tastet die Oberfläche ab und vermisst sie millimeterweise. Erstaunlich ist dabei die Detailgenauigkeit des in Stein gehauenen Goldreifs. Die geschmückte Leiche des Fürsten muss dem Bildhauer Modell "gelegen" haben.

"Seelenwanderung" in die "Anderswelt"

Modernste Technologie öffnet ein Fenster in die Vergangenheit und versetzt einen in die Zeit als die reichen Keltenfürsten zu Grabe getragen wurden. Die Kelten glaubten an die Unsterblichkeit. In der Totenzeremonie sollte die "Seelenwanderung" in die "Anderswelt" vorbereitet werden. Welche Rolle spielte Gold bei dieser "Reise auf die Insel der Seligen"?

Anscheinend eine ganz entscheidende: In der Grabkammer des Fürsten von Hochdorf gibt es einen reich geschmückten Wagen, auf einer Liege aufgebahrt der tote Herrscher. Alles, was golden glänzt, ist auch Gold. Nur ägyptische Pharaonen wurden prachtvoller bestattet. Die Austattung für die Ewigkeit. Ob die goldenen Schuhe zum täglichen Gebrauch im Jenseits bestimmt waren?

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