Flucht auf den Hügel

Custers blutiger Rückzug

Der ehrgeizige General Custer hat seine unerfahrenen Rekruten nicht nur erschöpft und in viel zu kleinen Einheiten in den Kampf geschickt, sondern auch noch miserabel ausgerüstet. Er ist sicher, die "Wilden" nur mit Handfeuerwaffen erledigen zu können - so wie früher.

Die berüchtigte "gatlin gun" - das erste Maschinengewehr - lässt er im Fort zurück. Custer will Gewicht sparen, um schneller vorankommen zu können. Nicht einmal Säbel tragen seine Männer. Custer fürchtet, das Klirren des Stahls würde die Anwesenheit der Soldaten zu früh verraten.

Veraltete Gewehre

Weil die Staatskasse nach dem Bürgerkrieg leer ist, rüstet die Armee die Soldaten mit veralteten Nachladern aus. Die Indianer dagegen feuern mit ihren Repetiergewehren deutlich schneller. Gut trainierte Soldaten können mit ihren einfachen Gewehren sechs bis sieben Schuss in der Minute abfeuern. Die Indianer brauchen dafür 20 Sekunden. Weiße Händler haben einen Teil der Indianer mit den modernen Gewehren versorgt. Die Indianer schießen nicht nur schneller, sondern oft auch besser. In der Armee gibt es kaum Training mit scharfer Munition. Auch dafür fehlt das Geld.




Custer hat das Dorf zwar angegriffen, doch weit kommt er nicht. Mehr als tausend Krieger erwarten ihn bereits. Zu spät begreift er, dass es nur noch ums Überleben geht. Vermutlich will er sich nun zum höchsten Punkt der Hügelkette zurückziehen - eine Stellung, die vielleicht gegen eine drückende Übermacht verteidigt werden kann. Die Nachhut kann die Masse der Indianer bei diesem Manöver nicht zurückhalten. Schnell werden die Männer niedergemacht. Das berichten die Indianer - die einzigen überlebenden Zeugen dieses gnadenlosen Gefechts.

Schneller Positionswechsel

Was passierte bei dem Rückzug wirklich? Custer scheint die einzige Chance im schnellem Wechsel seiner Position zu sehen. Aber die Soldaten können nicht so schnell nachladen, wie sie schießen müssten. Die Wissenschaftler um Doug Scott suchen am Schauplatz nach Artefakten, die klären sollen, ob Custer noch Chancen hatte, seine Haut zu retten - nachdem er sich und seine Männer in diesen ungleichen Kampf führte. Sie finden eine Patronenhülse, wie können diese Auskunft geben?




Die Rettung vor Augen

Custers Nachhut wird überrannt, während ihre Kameraden dem scheinbar rettenden Gipfel zustreben. Für die immer zahlreicher nachrückenden Indianer sind die versprengten Soldaten ein leichtes Ziel. Längst sind aus Jägern Gejagte geworden.


Wieder ein blutiger Rückzug bergauf. Und noch einmal der Versuch, eine Stellung zu halten. Und wieder opfern sich Soldaten für den letzten Fluchtversuch ihres Generals. Von der wilden Meute immer weiter gehetzt, hat Custer zu diesem Zeitpunkt wohl den Gipfel der Hügelkette schon dicht vor Augen. Eine Position, die er vielleicht verteidigen kann, - bis die verzweifelt erwartete Rettung naht. Aber die Truppen Renos und Benteens kämpfen selbst ums Überleben.

Im Kriminaltechnischen Institut in Lincoln, Nebraska, untersuchen Experten die Zeugnisse vom Schlachtfeld. Aus welchem Gewehr wurde die Hülse Nummer 135 abgefeuert? Und was sagt das über den Verlauf des Kampfes aus?

Der Weg des Gewehrs

Die Wissenschaftler vergleichen die "Fingerabdrücke", die ein Gewehr auf einer Patronenhülse hinterlässt. Innerhalb dieser Abdrücke gibt es starke Ähnlichkeiten, so dass man sagen kann: Beide Patronen wurden aus der gleichen Waffe abgefeuert. Patrone Nr. 135 wurde vom Gewehr Nummer 12 abgefeuert. Anhand identischer Patronenmerkmale können Experten nachvollziehen, welchen Weg dieses Gewehr während des Gefechts zurückgelegt hat.

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