Flucht aus Paris

Anfang vom Ende der absolutistischen Herrschaft

Am 14. Juli 1789 wird aus einer Revolte eine Revolution. Das Volk stürmt die Bastille - demonstriert mit aller Macht seine Verachtung gegenüber Adel und Monarchie. Die königliche Familie wird unter Hausarrest gestellt.

Missernten und eine Verdoppelung des Brotpreises haben zu einer der furchtbarsten Hungersnöte des 18. Jahrhunderts geführt. Das Heer der Armen wächst unaufhörlich. Unter den Rufen "Wir wollen Brot!" marschieren Pariser Marktfrauen nach Versailles.

Kuchen statt Brot

Wie ein Echo schlagen die einst gesprochenen Worte der Königin, "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen", nun auf das Königshaus zurück. Das Schloss wird gestürmt. Die königliche Familie - unter Jubelrufen aus Versailles abgeführt. Marie Antoinette, Königin von Frankreich, wird die Räume nie mehr betreten. Der Totentanz der bourbonischen Monarchie hat begonnen.



In Frankreich schlägt der Puls der Revolution, der Auftakt zu einer neuen Zeit. Unter falschen Namen ergreifen Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette in der Nacht des 21. Juni 1791 aus ihrem Stadtpalast die Flucht. Ein unerhörtes Unternehmen - erdacht und geplant von der Königin selbst. Als Bürgerliche getarnt sollen sie unerkannt aus der Stadt entkommen. Gegen Mitternacht steht die Fluchtkutsche bereit. An ihrer Seite: ein Freund, Graf Axel von Fersen - ein geheimnisvoller Bund im riskanten Wagnis voller "Hoffnung". Ein König und eine Königin fliehen vor ihrem Volk. Eine Jahrhunderte lang geltende Ordnung ist außer Kraft gesetzt.

Fatales Doppelspiel

Am Morgen der Flucht wähnen sich König und Königin schon in Sicherheit. Zeitgleich ergeht in Paris der Befehl, den König zu verhaften. Aus ihrer vertrauten Welt herausgerissen wächst mit Ausbruch der Revolution Marie Antoinettes Hass gegen Frankreich und sie beginnt ein fatales Doppelspiel zur Rettung der Krone. Verschlüsselte Nachrichten und konspirative Botschaften wechseln die Seiten. Ein Brief an ihren Bruder Kaiser Leopold II. in Wien gleicht einem Hilferuf.




Seit 18 Stunden ist die königliche Familie auf der Flucht. Von ihrem Ziel nur mehr 70 Kilometer entfernt. Doch nichts läuft nach Plan. Sie liegen Stunden hinter der Zeit. Revolutionäre Garden sind ihnen dicht auf den Fersen. Der Plan schien perfekt. Aus dem Zentrum der Revolution in eine sichere Festung fliehen, um von dort die alte Ordnung wieder herzustellen. 290 Kilometer von Paris: der Ort Montmédy an der Grenze zu Belgien. Doch dieses Ziel wird nicht erreicht.

Historischer Brennpunkt

Varennes im Nordosten Frankreichs ist ein kleiner verschlafener Ort im Argonnenwald. Nichts erinnert mehr daran, dass dieses Städtchen einst zum Schauplatz und Brennpunkt der Weltgeschichte wurde. Am Eingang des Ortes endet die Flucht nach 22 Stunden jäh. Die Revolution hat Marie Antoinette eingeholt - die Nachricht ihrer Flucht war den Fliehenden längst vorausgeeilt.



Nun ereignet sich, was bis zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar schien. Nicht Soldaten, sondern einfache Dorfbewohner halten den einst mächtigsten Herrscher Europas auf. Tarnung und gefälschte Papiere werden zum lächerlichen Beweis seiner Schwäche. Die Monarchie hat jegliche Autorität verloren. Macht und Ohnmacht haben endgültig die Seiten gewechselt.

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