Flucht in die Berge

Das Falschgeld verschwindet im Alpensee

Kurz vor Kriegsende wurde der Fälscherblock im KZ Sachsenhausen aufgelöst. Alle Häftlinge und die komplette Fälscherwerkstatt wurden in Richtung Alpen verfrachtet.

Anfang 1945 befahl der russische Marschall Schukow den Generalangriff. Die Russen überquerten die Oder und marschierten auf Berlin zu. Die Ostfront war zusammengebrochen, die Meldungen, die im Führerhauptquartier einliefen, verhießen das Ende der Hitler-Diktatur.

Die Flucht ins Altausseer-Land

Alles was den Nazis wichtig und kostbar schien, sollte in den Bergen verschwinden. Das Falschgeld wurde über Prag nach Mauthausen gebracht. Die Alliierten hatten mittlerweile die Lufthoheit erobert und es kam zu Angriffen auf die vielen Transporte in Richtung Süden.


SS-Männer hatten den Befehl die Blüten nach Radstatt zu schaffen. Doch es herrschte Chaos auf den Straßen, und so irrten sie mit der heißen Fracht durch das Altausseer-Land. Die einzige Einheit in der Nähe war die Marinestation. In der Villa Roth am Grundelsee, die in der Nähe des Toplitzsees lag, liefen die Fäden zusammen. Am 5. Mai 1945 entschieden sich die Soldaten, die Kisten mit den gefälschten britischen Pfundnoten im Toplitzsee zu versenken. Zwei Tage soll es gedauert haben, bis alle in den Fluten des Bergsees verschwunden waren.

Befreiung der KZ-Häftlinge

Die Häflinge aus Sachsenhausen waren nach Redl-Zipf gebracht worden, ein Arbeitslager wenige Kilometer vom Toplitzsee entfernt. Alle Häftlinge des "Unternehmen Bernhard" kamen wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Die Amerikaner trafen wider Erwarten kaum auf nennenswerter Widerstand. Versprengte Einheiten ergaben sich schnell in ihr Schicksal: Kapitulation - der Krieg war vorbei. Später fanden die Amerikaner noch viele Kunstschätze, die von den Nazis aus allen Teilen ihres Reiches in die Berge geschafft worden waren.

Flucht ins Ausland

Ein Teil des Falschgeldes, das nicht in den Tiefen des Toplitzsees verschwand, ging von Berlin aus nach Meran, zum Schloß Labers und von dort aus in alle Teile Europas, aber auch nach Asien, Afrika und Südamerika. So finanzierten wohl die Nazi-Verbrecher nach dem Krieg mit falschen Banknoten ihre Flucht nach Südamerika. Dahin zog es auch Friedrich Schwend, den Mann, der für die Verteilung des Geldes zuständig war. Er soll mit seinen Agenten einen Bruchteil der Blüten im Gegenwert von 120 Millionen Reichsmark umgesetzt haben. Mittelsmänner sollen auch in der Schweiz Konten mit dem Falschgeld eröffnet haben. Was aus diesem Konten wurde, ist bis heute nicht geklärt.

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