Fremdartige Kultur

Zen-Klöster als Stätte von Disziplin und Strenge

Dem Navigator ist es nicht nur gelungen, trotz der falschen Karten, das Land seiner Träume zu finden, er lernt auch überraschend schnell dessen Sprache. In der neuen Hauptstadt des Reiches erlebt er die einzigartige Blütezeit der japanischen Kultur.

Die wenigen westlichen Ausländer in Japan sind schon damals zutiefst beeindruckt von dieser fremdartigen Kultur. Ein Portugiese schreibt: "Sie haben Rituale und Zeremonien, die so verschieden sind von denen anderer Nationen, dass es scheint, sie versuchen bewusst anders zu sein als alle anderen Menschen. Es verunsichert jeden, der etwas davon versteht, zu beobachten, dass alles das genaue Gegenteil ist von dem in Europa, und dass ihre Zeremonien und Sitten trotzdem kultiviert und vernünftig sind.

Rivalisierende Schulen



Eine der wichtigsten Grundlagen dieser hoch entwickelten Kultur ist der Buddhismus. Als William Adams die Inseln erreicht, hatte diese Religion schon seit 1000 Jahren die Entwicklung Japans geprägt. Mönche hatten einst die buddhistischen Texte in chinesischer Übersetzung vom Festland mitgebracht. Aus dieser Form des Buddhismus entstanden in Japan rivalisierende Schulen. Manche verbreiteten ihre Überzeugungen sogar mit dem Schwert.

Zen-Klöster werden Ort der Grundausbildung für jeden Samurai - Stätten der Disziplin, Strenge und härtester Meditation. In den großen Zen-Meistern treffen die jungen Krieger auf Männer, deren Geist hart, rein und geradlinig ist. Als überzeugter Buddhist hat der Shogun schnell erkannt, dass der Zen-Geist Selbstzucht und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod vermittelt - die Tugenden der Samurai. Deshalb fördert er die Buddhisten.

Vision von einer Hochseeflotte



William Adams ist zwar tief in diese fremdartige Kultur eingetaucht. Es zieht ihn trotzdem manchmal in die Heimat zurück. Immer wieder bittet er den Shogun, ihn nach England zu seiner Frau und seinen beiden Kindern reisen zu lassen, aber der Herrscher bleibt hart. Ieyasu braucht das Wissen des englischen Seemanns, er soll hochseetüchtige Schiffe für ihn bauen. - Der Shogun hat die Vision von einer japanischen Hochseeflotte, die zu den Philippinen und nach Mexiko segeln kann. Adams hatte Schiffbau gelernt, bevor er Steuermann wurde. Er willigt ein. Außerdem hofft er insgeheim, dass er mit einem selbstgebauten Schiff eines Tages nach England zurückkehren kann.

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