Frühe Massenproduktion

Ton als universeller Werkstoff

Taposiris liegt weit im Westen Alexandrias und markiert den ausgedehnten Machtbereich der Ptolemäer. Die gesamte Region war ein florierendes Wirtschaftsgebiet. Mit Hafen, Lagerhallen, Weingütern und ausgedehnten Manufakturen. Bis heute liegen hier die Scherben von Hunderttausenden von Amphoren - antike Müllhalden.

Ein Zufallsfund gibt Auskunft darüber, wie Tongefäße in so gewaltigen Mengen hergestellt werden konnten. Unter einem Berg von Scherben wurden die Reste eines antiken Amphorenofens freigelegt - er war bei einer Explosion zerstört worden. Mehr als 600 Amphoren konnten hier gleichzeitig gebrannt werden.

Billig und unbegrenzt verfügbar




Im Hinterland Alexandrias sind solche Brennöfen bis heute in Betrieb. Einmal in der Woche wird die Produktion der letzten Tage gebrannt. Ton war der universelle Werkstoff der Antike. Billig, unbegrenzt verfügbar, leicht zu formen und dauerhaft. Wie schon vor tausenden von Jahren hüten Männer das Feuer die ganze Nacht hindurch. Ob Amphoren oder Wasserleitungsrohre: Diese frühe Massenproduktion von Gebrauchsgegenständen war eine der Grundbedingungen für das Entstehen großer Städte.

Das antike Alexandria hatte man zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast vollkommen vergessen. Da machte ein einfacher Fuhrunternehmer durch einen Zufall eine sensationelle Entdeckung. Sie brachte die im Untergrund der Stadt verborgene Geschichte wieder ans Licht und erzählte Erstaunliches über das Leben in dieser griechischen Stadt auf ägyptischen Boden.

Längst vergessene Welt

Die Entdeckung begann damit, dass der Fuhrunternehmer wie jeden morgen in aller Frühe sein Pferd anspannte, um seine Dienste in den Straßen Alexandrias anzubieten. In einer engen Gasse brach plötzlich die Straße unter ihm ein. Es öffnete sich der Eingang zu einer längst vergessen Welt.

20 Meter unter dem Leben der modernen Hafenstadt liegt ein weit verzweigtes Höhlensystem: die Katakomben Kom-El-Choqafa. Hier bestatteten die Alexandriner ihre Toten. Der Sarkophag ist geschmückt mit griechischen Weinreben - und mit ägyptischen Göttern. Ausdruck für das friedliche Zusammenleben der griechischen Neuankömmlinge mit der angestammten ägyptischen Bevölkerung. Die Bedingungen dafür hatte General Ptolemäus, geschaffen, der nach dem Tod Alexanders des Großen die Macht übernahm.

Weltoffen und fortschrittsgläubig

Seine Nachfolger setzten diese Politik fort - und so entstand die ptolemäische Kultur: weltoffen und fortschrittsgläubig. Alexandria wurde zum Zentrum des Wissens. Wissen ist Macht. Dies war die Erkenntnis der ptolemäischen Herrscher. Sie holten die größten Köpfe der Zeit nach Alexandria und sie hinterließen eindrucksvolle Monumente.

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