Für immer in Bewegung?

Der Traum vom Perpetuum Mobile

Seit jeher träumen Menschen von einer Maschine, die ewig läuft, sich selbst antreibt und dabei noch Energie produziert - ein Perpetuum Mobile. Schon Leonardo da Vinci, das Universalgenie der Renaissance, stellte sich die Frage, ob es eine solche Maschine geben könne. Zwei Jahrhunderte später behauptete ein Mann namens Bessler, ein Rad erfunden zu haben, das sich unaufhörlich dreht.

Im frühen 18. Jahrhundert reist der Erfinder Johann Bessler durch die deutschen Lande, um für seine spektakuläre Entwicklung zu werben: das Bessler-Rad. Ein geheimer Mechanismus in seinem Inneren soll dafür sorgen, dass sich das Rad ohne Energiezufuhr unendlich lange dreht.

Geheime Pläne

Bessler-Rad (Grafik)
Besslers Erfindung Quelle: ZDF

In Kassel interessiert sich 1717 der Landgraf Prinz Karl für das Perpetuum Mobile. Doch er will nicht die Katze im Sack kaufen und ordnet ein Experiment an. Bessler bekommt einen Raum in seinem Schloss zur Verfügung gestellt. Dort soll dieser nach seinen geheimen Plänen das Rad aufbauen. Damit danach niemand mehr Einfluss nehmen, keine Energie von außen das Rad antreiben kann, wird der Raum nach Fertigstellung versiegelt. Als der Landgraf nach 54 Tagen das Siegel aufbricht, erlebt er eine Überraschung: Das Rad dreht sich immer noch. Ein Triumph für Bessler.

Da Vinci mit konstruiertem Rad (Spielszene)
Da Vinci tüftelt an einem Perpetuum mobile (Spielszene). Quelle: ZDF

200 Jahre früher beschäftigt sich in Florenz eines der größten Genies jener Zeit mit der Konstruktion eines Perpetuum Mobiles: Leonardo da Vinci ist nicht nur ein begnadeter Künstler, sondern entwickelt zudem Ideen für Maschinen, die seiner Zeit weit voraus sind. Er entwirft auch zahlreiche Modelle von Rädern, die sich ewig drehen sollen. Doch alle seine Berechnungen führen zu dem gleichen Ergebnis: Irgendwann hört jede Maschine auf zu arbeiten.

Physikalisch unmöglich

Allein der Luftwiderstand bremst schon das Rad ab. Die Maschine selbst müsste also den Verlust ausgleichen und neue Energie produzieren. Das aber, so war sich schon Leonardo sicher, ist unmöglich. "Gesellt euch lieber zu den Goldmachern!", riet er seinen Zeitgenossen, die weiter fest an die Konstruktion eines Perpetuum Mobiles glaubten. Da Vinci nimmt in seinen Arbeiten schon Erkenntnisse vorweg, die erst rund 400 Jahre später wissenschaftlich bewiesen wurden: Ein Perpetuum Mobile ist physikalisch unmöglich. Energie kann weder neu erzeugt noch vollständig in Arbeit umgewandelt werden. Doch wie konnte Bessler dann mit seinem geheimnisvollen Rad triumphieren?

Rad mit Fächern
Ein Rad, das sich ewig dreht Quelle: Getty Images

Gelöst ist das Rätsel bis heute nicht. Skeptiker vermuteten aber schon damals, dass Bessler betrogen haben muss. Möglicherweise spielte eine verborgene Konstruktion dabei eine Rolle. Denn Jahre nach seiner Vorführung meldet sich eine Magd Besslers mit einer ungeheuren Enthüllung: Sie selbst habe von dem Nebenzimmer aus das Rad unbeobachtet in Schwung halten müssen.

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