Ganzheitlicher Ansatz

Ayurveda als Lebensstil

Janardan Bhardwaj ist ein "Vaidya", ein "Wissender". Dieser Ehrentitel ist besonders angesehenen und den ayurvedischen Ärzten vorbehalten. Jeden Morgen sammelt er Blüten, die gegen Krebs helfen sollen. In die Geheimnisse der altindischen Ayurveda-Medizin hat ihn sein Vater eingeweiht.

Nach ayurvedischer Anschauung werden fünf Elemente (Feuer, Luft, Wasser, Erde und Himmel) den drei bestimmenden Grundprinzipien des Lebens zugeordnet. Die so genannten Dridoshas (Vata, Pitta und Kapha) sorgen für das Gleichgewicht des biologischen Haushalts und damit für das Wohlbefinden des Menschen.

"Wissen vom Leben"

5000 Jahre alt soll Ayurveda sein, das "Wissen vom Leben". Doch das Wissen um die "grüne Apotheke" ist zum großen Teil verschollen. Es begann in den Zeiten, als Indien Kolonie der Engländer war. Prachtvoll inszenierten die Maharadschas alten Glanz. Doch die Show verdeckte, was in Wirklichkeit geschah: Die Kolonialherrschaft zerbrach die kulturellen Wurzeln des Landes.


Viele Maharadschas kooperierten mit den Engländern. Sie schickten ihre Söhne nach Europa, die eigene Kultur wurde zur Kulisse. Das alte Wissen geriet in Vergessenheit. Die Fassaden, wie der vom sagenhaften Palast des Maharadschas von Jodhpur, erinnern noch an vergangene Tage. Doch die uniformierten Diener bedienen heute auch Luxustouristen, mit denen sich "seine Hoheit" die Pracht teilen muss.

Erster Schritt zur Wiederbelebung

Der Vaidya ist zur Audienz bei Maharadscha Gaj Singh II. geladen. Der alte Arzt versucht ihn von der Idee einer Wiederbelebung der traditionellen Medizin zu überzeugen. Ein Kräutergarten innerhalb der Palastmauern wäre ein erster kleiner Schritt. Seine Hoheit erkennt die Vorteile des "grünen Goldes", den Nutzen von Ayurveda:

Seit hunderten von Jahren wird über jeden Tag im Reich des Maharadschas Buch geführt. Der Wissenschatz ruht im Palastarchiv, er müsste nur gehoben werden. Der Vaidya sucht im Archiv nach geeignetem Material für sein Gartenprojekt. Er will das Rätsel der vergessenen Heilpflanzen lösen. Die Texte sind in Sanskrit, der uralten Hochsprache Indiens, verfasst. Der Vaidya beherrscht diese beinahe ausgestorbene Sprache noch. Er stößt auf ein 600 Jahre altes Manuskript, eine seltene Rezeptsammlung. Ist dies der Schlüssel zur geplanten "grünen Apotheke" im Schlossgarten des Maharadschas?

Mündliche Überlieferung

Laut rezitierend lernt der Vaidya den Text auswendig. Mündliche Überlieferung spielte beim alten Ayurveda eine wichtige Rolle. Deshalb ist auch sehr viel Heilwissen innerhalb weniger Generationen verloren gegangen, als man sich in der Kolonialzeit der westlichen Welt zuwandte und die eigenen Wurzeln vergaß. Davor waren die Ärzte der Maharadschas hoch angesehen, portraitiert auf kostbaren Gemälden.

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