Geburtsstunde der Freiheit

Abgeordnete fordern Umsturz der alten Ordnung

(00.45 Uhr) Während die Pariser des Nachts die Straßen bevölkern, tagen im Ballhaus von Versailles die Abgeordneten der Nationalversammlung. Ihre Forderung: In Zukunft soll das Gesetz die höchste Macht im Staate sein und nicht mehr ein Monarch von Gottes Gnaden.

Ein Affront gegen Ludwig XVI. Er droht, die Nationalversammlung auseinander zu jagen und die Mitglieder zu verhaften. Doch die Deputierten lassen sich vom König nicht mehr einschüchtern. Sie haben geschworen: "(...) sich überall zu versammeln und nicht eher auseinander zu gehen, bis eine Verfassung ausgearbeitet ist".




Damit fordern sie den Umsturz der alten Ordnung, die Befreiung der Gesellschaft von den Ketten des Feudalismus:

"Herzerschütternder Anblick"

Die Felder sind verwüstet. Nach der Missernte bleibt den Bauern kaum noch Saatgut für das Jahr 1789: Das Volk fürchtet eine Hungersnot. "Viele Familien von Landleuten strömten nach Paris. Sie flehten ihre reicheren Mitbrüder um Brot an. Es war ein herzerschütternder Anblick, " berichtet ein Augenzeuge. Der Ruf des Volkes nach Brot, verbindet sich mit dem Zorn über das willkürliche Zollsystem des Königs.


Ludwig XVI. hat ganz Paris mit einer hohen Mauer umgeben lassen. Nur an Zollstationen kommt man in die Stadt. Dort erheben Steuerpächter Zölle auf alle Waren. Für den König eine glänzende Einnahmequelle. Die Empörung entlädt sich in der Nacht vor dem 14. Juli: Bauern und Händler stecken die Zollstationen in Brand. Der König wird das wohl kaum ungestraft lassen.

"Unglaubliches Durcheinander"




Charpentier-Bericht (3.00 Uhr): "In der Nacht waren alle Patrioten auf den Beinen. Überall sammelten sich Menschen, auf allen Straßen, an allen Ecken brannten Feuer, es war ein unglaubliches Durcheinander. Wir warfen Tische, Stühle, Fässer, Pflastersteine, Wagen, alles, alles was wir kriegen konnten, auf die Straßen, um sie zu verbarrikadieren. Denn sollten die Truppen des Königs kommen, so sollten sie uns nicht einfach niedermetzeln können."

Durch den Aufruhr in Paris ist die uneingeschränkte Herrschaft Ludwigs XVI. bedroht. Dem König sei sein Schwert aus der Hand geglitten, heißt es am Hofe.





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