Gefährliche Liebschaften

Liebesleben des Kronprinzen als Staatsangelegenheit

Ein Höhepunkt im Festkalender ist der große Ball von Binche. Vermutlich dort begegnet die hessische Grafentochter Kronprinz Philipp II. von Spanien. Die unerfahrene Margaretha lässt sich umschmeicheln.

Zwar ist ihr königlicher Verehrer als Schürzenjäger verschrien, doch schließlich will Margaretha ja ihren Landesvater frei bitten. Der Beginn einer verhängnisvollen Affäre - denn der frivole Galan zeigt plötzlich ernste Gefühle.

Vage Eindrücke

Die Gerüchteküche brodelt, die Emotionen kochen hoch. Denn das Liebesleben des Kronprinzen ist keine Privatsache, sondern Staatsangelegenheit. So zwingt Karl V. den Sohn, die eigene Tante zu heiraten - die unattraktive, elf Jahre ältere Maria von England. Was aber geschah mit der unglückseligen Margaretha? Das Hessische Staatsarchiv in Marburg hütet Dokumente, die einen vagen Eindruck von ihrem Befinden vermitteln.

In den Hinterlassenschaften der Grafen von Waldeck schlummerten lange unentdeckt drei Briefe, die das Töchterlein aus der Ferne an seinen Vater schrieb. Da Heimatforscher Eckhard Sander an eine Parallele zwischen Margarethas und Schneewittchens Geschichte glaubt, will er herausfinden, ob auch die Adlige aus Waldeck aus dem Weg geräumt werden sollte.

Sehnsucht nach dem Vater



Die Briefe klingen heiter. Das Mädchen plaudert über Anschaffungen und Ausgaben, über seine Gesundheit und die Sehnsucht nach dem Vater. Vom Alltag am Hof, von Problemen oder Gefahren ist keine Rede. Margaretha erwähnt nicht einmal ihre diplomatische Mission. Verwunderlich auch, dass sie kein einziges Wort über potenzielle Heiratskandidaten verliert. Immerhin sollte sie auf dem Brüsseler Parkett unter die Haube kommen.

Hatte ihr Maria von Ungarn einen Maulkorb verpasst? Oder wurden Schreiben vernichtet, um die skandalöse Liaison mit Philipp zu vertuschen? Brisante Themen aus dem Dunstkreis höfischer Spielregeln, die noch im Verborgenen liegen. Obwohl sich die Hofjungfer nur wenig offenbart, entwirft der Historiker Dr. Gerhard Menk anhand der Briefe ein grobes Profil ihrer Persönlichkeit.

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