Gefahr aus den Wolken

Jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen an Blitzschlag

Wer sich während eines Gewitters im Freien aufhält, spielt mit seinem Leben. Allein in Deutschland kommen jedes Jahr bis zu zehn Menschen durch die Begegnung mit einem Blitz um. In den meisten Fällen ein vermeidbares Schicksal, denn es gibt wirksamen Schutz vor den himmlischen Starkstrom-Keulen.

Männer vor Gewitterhimmel
Männer vor Gewitterhimmel

Am 2. Juli 1505 wird der 21-jährige Martin Luther von einem Blitz getroffen und zu Boden geschleudert. Er überlebt und gelobt, Mönch zu werden - ein Stromschlag aus den Wolken, der die Welt verändert hat. Noch bis ins 18. Jahrhundert hinein bleiben Blitze rätselhafte, Furcht erregende Phänomene aus überirdischen Sphären.

Folgenschwere Entdeckung

1708 vermutet der Engländer William Wall einen Zusammenhang zwischen Blitz, Donner und Elektrizität. Doch erst der amerikanische Forscher und Staatsmann Benjamin Franklin (1706 - 1790) tritt Jahrzehnte später den Beweis an. Er lässt während eines Gewitters einen Drachen steigen. Ein Blitz trifft das Fluggerät und wird über die Drachenschnur abgeleitet. Franklin verspürt einen leichten elektrischen Schlag.

Franklin entdeckt, dass ein Gewitter Ausdruck und Ergebnis elektrischer Ladungs- und Entladungsprozesse ist. Zwischen seinen Fingerknöcheln und einem Schlüssel, der am Ende der Drachenschnur hängt, springen mehrere Zentimeter weit Funken über. Das Phänomen bringt den Amerikaner auf die Idee, Blitze einzufangen und umzuleiten. Die Idee des Blitzableiters ist geboren.

Segensreiche Blitzableiter

Aus den Erkenntnissen seines Drachenerlebnisses entwickelt Benjamin Franklin eine Vorrichtung, die die Spannung des Blitzes in die Erde abführt, ohne dass an Häusern oder anderen Objekten nennenswerter Schaden entsteht: Am 1. September 1752 bringt er an seinem Wohnhaus in Philadelphia eine Eisenstange mit Stahlspitze an. Sie überragt das Gebäude um zwei Meter und ist über eine Leitung geerdet, die 1,5 Meter tief in den Boden reicht.

Blitzableiter auf Hausdach
Blitzableiter auf Hausdach

Blitzableiter bestehen aus Metall. Sie ziehen elektrischen Strom an und lenken ihn von anderen möglichen Zielen ab. Dennoch dürfen Blitzableiter nicht in unmittelbarer Nachbarschaft von Wasser- oder Stromleitungen, von Telefon-, Antennen- oder Computerkabeln installiert werden. Sonst könnte der Blitz in eines dieser System überspringen.

Sichere Zuflucht

In einem Haus mit Blitzableiter ist man vor Starkstrom aus den Wolken einigermaßen sicher. Trotzdem stirbt in den USA jedes Jahr eine Person, weil sie zur falschen Zeit telefoniert. Auch Dusche und Spülbecken sollte man während eines Gewitters meiden. Ebenso gelten Computer und Fernseher als unberechenbare Risikofaktoren. Einmal ins Stromnetz eingedrungen, frisst sich ein Blitz durch alle eingeschalteten Apparate.

Um Schäden vorzubeugen, reicht der äußere Blitzschutz durch einen Blitzableiter nicht aus. Zusätzlich ist ein innerer Blitzschutz notwendig. Entweder zieht man alle Stecker, um elektrische Geräte vom Netz zu trennen, oder spezielle Einrichtungen zum Schutz vor so genannten Überspannungen verhindern ein Durchschlagen auf die teure elektronische Heim-Ausstattung.

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