Gefahr im Ärmelkanal

Tückisches Einsatzgebiet für deutsche Kriegs-U-Boote

Plymouth, der Heimathafen des Mini-Ubootes "Alicia", ist ein Ort von historischer Bedeutung. Denn direkt vor der Haustür liegt der Ärmelkanal. Seit Beginn der Seefahrt eine der meistbefahrenen Wasserstraßen. Aber auch eine der tückischsten.

Der Ärmelkanal ist ein ideales Terrain für die geplante Operation des risikofreudigen Amerikaners. Denn Schiffstrümmer aus allen Epochen überziehen dort den Meeresboden. Auch Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg, die "Alicia-Vater" Peter Robbins in erster Linie im Visier hat.

Falle zwischen Feindesland

Für die deutschen U-Boote war der Ärmelkanal damals ein gefährliches Einsatzgebiet - eine Falle zwischen Feindesland, ohne reelle Chance zur Flucht. Hoher Tidenhub, starke Unterwasserströmungen, geringe Tiefen bis maximal 80 Meter und Minen forderten von den Männern höchste Wachsamkeit. Zudem drohten ständig Angriffe aus der Luft.



Doch nach der Invasion der Alliierten in der Normandie setzte Hitler den Stolz der Marine als letzte Waffe ein - in der verzweifelten Hoffnung, das Blatt zu wenden. Ab Juni 1944 entsendet der Führer ein U-Boot nach dem anderen in den Kanal, um den Nachschub nach Frankreich zu stören. Ein Himmelfahrtskommando. Bis August gehen allein 16 Boote verloren. Insgesamt liegen 39 Wracks irgendwo zwischen Dover und Plymouth.

U-Boot als Mahnmahl

Im Herbst 2002 führt die Recherche Peter Robbins nach Laboe bei Kiel. Dort steht die restaurierte U-995 - ein Museumsobjekt und Mahnmal zur Erinnerung an die Zeit, als Deutschland mit der Welt im Krieg lag. Die komplexe Technik der schwimmenden Zigarren kennt der Ingenieur in- und auswendig. Selbst die deutschen Fachbegriffe der einzelnen Instrumente sind ihm geläufig. Doch besonders berührt hat ihn das Schicksal der Mannschaften, die damals ihr Leben aufs Spiel setzten.


Detaillierte Informationen über die Lage der einzelnen Wracks lassen sich nur schwer auftreiben. Für seine geplante Expedition aber braucht Peter Robbins genaue Koordinaten. Auch sucht er nach Überlebenden, die aus erster Hand berichten könnten. Immer wieder stößt der sachkundige Mann auf den Namen eines ehemaligen U-Boot-Fahrers: Horst Bredow - heute Leiter des traditionsreichen Archivs für Unterseeboote. Sitz der Institution, die einzige ihrer Art weltweit, ist Cuxhaven. Dort hofft Peter Robbins, konkrete Hinweise auf ein gesunkenes U-Boot zu erhalten.

Wissenschaftlicher Schatz



In dem Cuxhavener Institut verbirgt sich ein wissenschaftlicher Schatz. Eine Karte mit den Koordinaten gesunkener U-Boote lässt das Herz von Peter Robbins höher schlagen. Doch wie genau sind diese Koordinaten und von wem stammen sie?

Die U 1195 befindet sich direkt vor der Isle of Wight im Süden Englands. Das Boot liegt 35 bis 40 Meter tief. 31 Männer sind damals umgekommen. Auf einer weiteren Liste verzeichnet - die Namen der gesamten Crew. Darunter auch Rudolf Wieser. Er hat das Debakel auf See überlebt. Der Deutsche ist ein enger Freund von Horst Bredow.

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