Gefahren der Globalisierung

Exotische Tiere und Pflanzen bereiten in Europa Probleme

Wie der Rhein war auch die Elbe vor kaum zehn Jahren vergiftet und tot. Auch hier gab es große Anstrengungen, den Fluss wieder sauber zu machen. Mit Erfolg. Doch die Rückkehr des Lebens bringt Überraschungen.

Containerschiff Quelle: ZDF

In den Reusen und Netzen finden sich heute nicht nur Fische. Eigentlich sind die Fallen für Aale ausgelegt. Aber immer öfter wird der Fang geplündert. Fremde sind hier am Werk: Chinesische Wollhandkrabben.

Nimmersatte Invasoren

Die fremden Eindringlinge bedrohen mittlerweile das Leben der heimischen Arten akut. Ein Problem, das auch aus anderen Teilen der Welt heute bekannt ist. Die Schalentiere sind in vielen Flüssen Nordeuropas bereits Hunderte Kilometer stromaufwärts verbreitet.


Nach Europa gelangen diese Tiere durch den globalisierten Güteraustausch: Europas große Seehäfen - Hamburg und Rotterdam, Bilbao und Dover - sind riesige Drehscheiben des internationalen Handels. In einem einzigen Hafen dieser Dimension werden pro Jahr an die drei Millionen Container umgeschlagen. 300 pro Stunde, Tag und Nacht, aus allen Teilen der Welt. Trotz aller Maßnahmen, Schädlinge fernzuhalten, ist dies bei einer solchen Gütermenge hoffnungslos.



Ballastwasser aus Korea

Jedes Jahr schaffen 150 exotische Tier- und Pflanzenarten die Landung in Europa. Eine Begleiterscheinung der Globalisierung. Die meisten überleben nicht lange, andere finden kleine Nischen - und manche vermehren sich massenhaft. Wollhandkrabben wurden schon vor Jahrzehnten mit Ballastwasser aus Korea eingeschleppt. Ironischerweise war es gerade die Sanierung unserer Flüsse, die ihnen die Masseninvasion erleichtert hat.



Neben den Krabben sind andere auf dem Kontinent gelandet, die noch weitaus destruktiver sind. Ein winziger Killer, ungleich schwerer zu finden. Zudem tritt er als Einzelgänger auf. Er kann in jedem Holzprodukt aus Asien stecken. Und er ist ein wahres Monster. Der asiatische Laubholzbockkäfer. Die meisten Holzschädlinge befallen ganz bestimmte Baumarten und vermehren sich nur unter speziellen Bedingungen in Massen. Die Larve des asiatischen Laubholzbocks frisst sich dagegen durch jedes Holz. Wenn diesem Käfer die Flucht gelingt und er sich in Europa verbreitet, könnten unsere Wälder veröden.

Kampf gegen siebenköpfige Hydra

Britische Friedhöfe wirken oft romantisch verwildert, doch seit Jahren führt die Stadtverwaltung von Swansea einen erbitterten Krieg gegen eine grüne Invasion. Es ist ein Kampf gegen eine siebenköpfige Hydra. Der asiatische Knöterich, vor Jahrhunderten als Zierpflanze importiert, ist außer Kontrolle geraten. Seine Wurzeln reichen drei Meter tief in den Boden, seine kräftigen Sprösslinge sprengen selbst Beton und überwuchern jede heimische Pflanze.


Selbst wenn eingeschleppte Käfer allen Bäumen Europas den Gar aus machen, an frischem Grün wird es nicht fehlen, ob wir wollen oder nicht. Sollte dennoch eines Tages alles Grün Europas verschwinden, steckt eher der Mensch dahinter.



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