Gefahren im Urwald

Lernen von den Affen

Alles hier, sagt Amazonas-Experte Marc van Roosmalen gern, sei anders als irgendwo sonst. Doch womöglich gehe all das verloren, bevor es auch nur halbwegs entdeckt sei.

Mit Spendengeldern, zum Beispiel aus der Stiftung des holländischen Prinzgemahls Bernhard, kauft Roosmalen ganze Regenwald-Areale, um sie ein für allemal zu offiziellen Naturreservaten erklären zu lassen. Ein brasilianisches Gesetz macht das möglich - aber van Roosmalen macht sich zahllose Feinde mit seinem Feldzug. Immer wieder erhält er Morddrohungen.

Unendlicher Regenwald

Wer mit van Roosmalen unterwegs ist, bekommt schnell das Gefühl, dass der Affenforscher alles kennt, was seine Lieblings-Affen umgibt - wie etwa die vom Aussterben bedrohten Spinnenaffen. Früher, erzählt er, habe ihn manchmal Panik erfasst, er könne in der Unendlichkeit des Regenwaldes verloren gehen. Inzwischen weiß er, Bäume ebenso zu unterscheiden wie seine Affen. Die lautstarken Roten Brüllaffen etwa treten stets in Gruppen auf und säugen ihren Nachwuchs bis zu 24 Monate lang.

Von den Affen hat van Roosmalen gelernt, ohne Zivilisation zu überleben. Er isst, was die Affen essen, wenn die Vorräte knapp werden. Und weiß, dass er Früchte - genau wie die Spinnenaffen - am besten ganz verschluckt, um keine Kerne zu zerbeißen, in denen bisweilen tödliche Giftstoffe stecken. Sorgen um Malaria oder Dengue-Fieber macht sich van Roosmalen inzwischen so wenig wie die Affen. Beides hat er so oft überlebt, dass er sich für beinahe resistent hält.



Gefühl von Solidarität


Die Feldforschung am Aripuana, sagt er, hat ihn auf brutale Art bescheiden gemacht. Man sei hier auf derselben Stufe mit allen anderen Lebewesen: Der Affenforscher, der sich hier ein Bein bricht, ist genauso verloren wie ein verletzter Affe. Und van Roosmalen ist besessen genug, dieses merkwürdige Gefühl von Solidarität zu genießen.

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