Gefangen in digitalen Netzen

Leben mit Technik in vernetzten Datenströmen

In "2057" wohnt der 13-jährige Schüler Paul noch in einem alten Backsteinhaus aus dem letzten Jahrhundert. Sobald er jedoch auf dem Schulweg die Innenstadt durchquert, erinnert kaum noch etwas an die Architektur von vorgestern.

Eine Stadt im Jahr 2057

Neue Materialien verwandeln die Häuserfassaden in Computerdisplays. Auf jeder Wand läuft ein anderes Programm - die meisten senden Werbung. Doch auch Tierfilme sind äußerst beliebt. Für die modernen Großstadtmenschen scheinen die Bilder von einem fernen Planeten zu stammen, denn die Natur ist komplett aus der Stadt verschwunden. Nur Filme, Formen und Farben erinnern hier daran, dass es auch noch andere Lebewesen auf dem Planeten Erde gibt. Im Jahr 2057 entwerfen die Architekten Häuser und Skylines, die Tieren und Landschaften nachempfunden sind. Die Holo-Delfine der Kinder erinnern an eine längst ausgestorbene Spezies.

Riesiges Netzwerk

Computeranimation vernetzte Stadt


Die größte Veränderung jedoch ist für das bloße Auge unsichtbar: Die ganze Stadt verbindet ein riesiges Netzwerk. Alles, was geht, steht oder fährt, kommuniziert über drahtlose Datenströme miteinander. Eine zentrale Schaltstelle hält alles zusammen. Die Citycom steuert die gesamte Stadt: Feuerwehr- und Polizeieinsätze, die Energieversorgung, Müllentsorgung und den gesamten Straßenverkehr. Die Autos der Zukunft sind nicht nur mit der Zentrale, sondern auch untereinander vernetzt. Sensoren spüren, wenn der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen zu klein wird. Sie erkennen Hindernisse und bremsen vollautomatisch. Das Lenkrad bewegt sich, wie von Geisterhand gesteuert.

Noch können zwar alle Autos auf manuelle Fahrweise umgestellt werden, in der Realität jedoch tut das niemand. Die meisten Menschen haben das Fahren längst verlernt. Wie Georgina Gater, Pauls Mutter, lassen sie sich von intelligenten Fahrzeugen an ihr Ziel bringen. Während der Fahrt surfen sie im weltweiten Datennetz, erledigen Besorgungen oder unterhalten sich endlich mal in Ruhe mit Freunden und Bekannten. Winzige Computerchips in Uhren, Brillen und Kleidung machen den Kontakt zur Welt überall und jederzeit möglich.

Neue Verkehrssysteme

Computeranimation fliegender Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus


Das neue Verkehrssystem ist äußerst erfolgreich. Die Unfallzahlen sind drastisch gesunken - zumal der Verkehr fast völlig aus dem Stadtbild verschwunden ist, denn die großen Autobahnen verlaufen unterirdisch. Doch auch 2057 kommt es hin und wieder zu Zusammenstößen. Passiert ein Unglück, schickt die Citycom sofort einen Rettungswagen zum Unfallort. Verkehrshinweise leiten den Autostrom um. Bei größeren Störungen erhöht die Zentrale vollautomatisch den Takt der U-Bahnen im Umkreis und stellt die nötige Energiemenge zur Verfügung.

Die Autos kommunizieren nicht nur miteinander, sondern auch mit der Wohnung des Besitzers. Wenn es daheim an der Tür klingelt, erscheint im Auto ein Zeichen auf dem Display. Der Fahrer sieht, wer zu Besuch kommt. Er kann sich mit seinem Gast unterhalten, und wenn er möchte, öffnet er Freunden und Bekannten vom Wagen aus die Haustür. Auch Gastgeberpflichten lassen sich bequem aus dem weit entfernten Auto erledigen. Auf dem Display erscheint ein Abbild des Hauscomputers. Ein Druck auf den Touchscreen, und schon steigt die Temperatur zu Hause auf angenehme 21 Grad. Ein weiterer Druck, und der Küchencomputer bereitet einen Cappuccino zu.

Intelligente Häuser

Jedes Haus ist ein Knotenpunkt im virtuellen Netz der Stadt. Der zentrale Hauscomputer befindet sich meistens in der Küche. Er vernetzt die einzelnen Zimmer, Wände, Heizung und Möbel miteinander. Sobald eine bekannte Person die Wohnung betritt, schaltet das Haus eine gewünschte Musik ein. Pauls Großvater zum Beispiel steht noch immer auf Hip-Hop. Doch sobald Georgina vor der Tür steht, ist Schluss mit dem Krach. Der Hauscomputer schaltet die veralteten Klänge ab - so haben es die Gaters programmiert. Das intelligente Haus weiß jederzeit, wer sich gerade wo befindet. Es dimmt das Licht, so wie es den Bewohnern gefällt, und regelt die Temperatur. Die Displays in allen Räumen haben flexible Funktionen. Während der Backofen das Essen zubereitet, guckt Georgina im Wohnzimmer einen Krimi ihrer Wahl. Sobald der Braten gar ist, un erbricht das Programm den Film und ruft Georgina in die Küche.

Dass ausgerechnet am Sonntagmorgen der Frühstücksschinken aus Tierersatzstoffen ausgeht, kommt in 50 Jahren nicht mehr vor. Eigenständig managt der Kühlschrank die Lebensmittelvorräte. Er schreibt elektronische Einkaufslisten, die der Bewohner bei Bedarf ergänzen kann, und bestellt rechtzeitig im Internet. Klassische Supermärkte wird es 2057 in den Städten nicht mehr geben. Ein Bringservice liefert die Waren an, Roboter füllen den Kühlschrank auf. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hat diese Entwicklung gerade begonnen. Der Internethandel boomt.

Kleidung mit Computerchips

Die ersten Waschmaschinen, Kühlschränke und Mikrowellen kommunizieren mit dem World Wide Web. Espressomaschinen laden sich Updates herunter und die neuesten Kaffeerezepte. Auch Waschmaschine und Wäsche verwalten sich autonom. Alle Kleidungsstücke enthalten einen Computerchip. Er ist nicht dicker als ein Wollfaden und signalisiert der Maschine, wie die Wäsche gewaschen werden soll. Sollte ein unachtsamer Mensch doch einmal die rote Socke zu den weißen Jeans werfen, holt der Roboterarm das Kleidungsstück sofort wieder aus der Trommel.

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