Türen öffnen sich

Drehbericht und Interview zu "Geheimbünde"

Dass die Recherche schwierig werden sollte, ahnten wir von Anfang an. Doch wie kompliziert das Unterfangen tatsächlich war, hatten wir uns kaum vorstellen können. "Geheimbünde" agieren nun einmal im Geheimen - und meiden das Licht der Öffentlichkeit. Umso herausfordernder war es, eine dreiteilige Fernsehdokumentation über eben diese verschlossenen Gesellschaften zu produzieren.

Kaum eine andere Produktion der vergangenen Jahre war so herausfordernd wie diese. Am Anfang standen ganz profane Probleme: Wie nimmt man eigentlich Kontakt zu Menschen auf, die im Geheimen wirken? Wo findet man wissenschaftlich gesichertes Material, das sich von den üblichen Verschwörungsseiten im Internet unterscheidet? Und lassen uns die Geheimbünde überhaupt an sich heran?

Zunächst skeptisch bis abweisend

Ob Freimaurer, Rosenkreuzer oder Skull and Bones: die geheimen Orden reagierten auf unser Vorhaben allesamt skeptisch bis abweisend. Immerhin: Freimaurer und Rosenkreuzer waren zu informellen Gesprächen bereit. Das war unsere Chance! Wir bekamen immerhin die Möglichkeit, unser TV-Projekt vorzustellen. Unser Ansatz war von Anfang an eindeutig: wir wollten die verschiedenen Geheimbünde vorstellen, die Verschwörungstheorien präsentieren und dann die wahren historischen Hintergründe erläutern, die zur Bildung der geheimen Zirkel geführt haben.

Ein eindeutiges "Ja" zu unserem Projekt gab es nie auf Anhieb. Eher ein klares "Nein" - wie zum Beispiel vom U.S. Kapitol, in dem wir freimaurerische Symbole drehen wollten. Immerhin legte George Washington im Rahmen einer freimaurerischen Zeremonie den Grundstein für das Gebäude. Ebenso ablehnend verhielt sich die "Yale University", deren Studenten einst die "Skull and Bones" gründeten.

Licht ins Dunkel der Geheimbünde

Doch wir waren hartnäckig, ließen uns nicht einschüchtern - und besuchten die Entscheidungsträger persönlich. Nach vielen informellen Verhandlungen in Washington D.C. und New Haven wurde aus einem klaren "Nein" doch noch ein "Ja, ausnahmsweise". Letztendlich konnten wir auch die wichtigsten Geheimbünde von unserem Konzept überzeugen. Und so wurden uns Türen geöffnet, die für die Öffentlichkeit normalerweise verschlossen sind. Als einziges TV -Team durften wir die große Jubiläumsfeier der Freimaurer im Hamburger "Michel" drehen. Wir bekamen Zugang zum imposanten Tempel in der Londoner "Freemasons' Hall" - und interviewten den Vorsitzenden der deutschen Freimaurer.

Nachdem der Knoten geplatzt war, lief es umso besser. Unsere Dreharbeiten führten uns rund um den Globus. Vom Jerusalemer Tempelberg über Paris, Rom und London bis ins Herz der Vereinigten Staaten, nach Washington D.C. Am Ende mussten wir aufpassen, dass uns die plötzlich so redseligen Vertreter der Geheimbünde nicht zu viele einseitige Informationen gaben. Um möglichst objektiv zu berichten, nahmen wir renommierte Wissenschaftler wie den Göttinger Historiker Prof. Marian Füssel ins Boot. Er ordnete die Aussagen der Ordensbrüder ein und half uns, Licht ins Dunkel der Geheimbünde zu bringen.

Keine Blicke ins Allerheiligste

Nun, nach anderthalb Jahren Arbeit, sind wir um viele Erkenntnisse reicher. Und wissen doch, dass uns trotz unseres direkten Zugangs zu den Geheimbünden manche Winkel verborgen geblieben sind. Zwar wissen wir vieles und ahnen manches - doch ins Allerheiligste haben uns die Geheimbünde nicht blicken lassen. Und so bleibt ein kleiner Teil dieser Gesellschaften das, was es immer war: ein Rätsel.

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