Geheime Dschungelstadt?

Französische Expedition auf der Suche nach Paititi

Cuzco, das glanzvolle Zentrum ihres gewaltigen Imperiums nannten die Inka "Nabel des Universums". Die abgelegene Anden-Metropole ist Ausgangspunkt für die französische Expedition in die versunkene Welt der Sonnen-Söhne. Ziel ist das sagenumwobene Paititi.

Thierry Jamin und Herbert Cartagena haben jahrelang in Bibliotheken, Archiven und sogar bei der NASA recherchiert.

Eigenartige Strukturen

Die Forscher wollen herausfinden, ob die letzten Inka tatsächlich in eine geheime Dschungelstadt entkommen sind. Wenn ja, suchen sie Paititi in der richtigen Gegend? Auf den Satellitenbildern fallen eigenartige, Pyramiden ähnelnde Strukturen auf. Nur Launen der Natur oder doch Werke von Menschenhand?



Das Zielgebiet liegt im Süden von Peru - jenseits der Anden im Amazonas-Regenwald. Von Cuzco aus wollen Thierry Jamin und Herbert Cartagena mit dem Jeep auf einer Schotterpiste durchs Hochgebirge nach Shintuya fahren und weiter per Boot bis Pusharo, um sich dann zu Fuß ins Pantiacolla-Gebiet durchzuschlagen.

Polizisten als Geleitschutz

Herbert Cartagena und Thierry Jamin versuchen bereits zum vierten Mal, jenes rätselhafte Refugium im Regenwald zu erreichen, das sie im Pantiacolla-Gebiet bei den Pyramiden vermuten. Im vorausgegangenen Jahr kamen sie knapp mit dem Leben davon - ein Schock, der ihnen noch in den Knochen sitzt. 2004 hatten sie es fast geschafft, da erhielten sie mysteriöse Morddrohungen - anonym, aber massiv. Sie mussten aufgeben. Irgendwer wollte die Suche nach Paititi verhindern. Diesmal fahren Polizisten als Geleitschutz mit. Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl.

Thierry Jamin steigt mit seinem Team auf Boote um, am Ende der Piste ist mit dem Geländewagen kein Weiterkommen mehr. Forscher-Kollege Herbert Cartagena erkundet während dieser Etappe eine Alternativ-Route. Auf dem Rio Pantiacolla geht es flussaufwärts tief in das kaum zugängliche Manu-Gebiet hinein. Es hat weniger geregnet als üblich. Die Flüsse führen nur streckenweise genügend Wasser. Immer wieder müssen die Männer aussteigen und die Boote retten. Was so reibungslos begann, wird zu einer schmerzhaften Schinderei. Wenn sie im Kampf gegen die reißende Strömung unterliegen oder gar die Boote verlieren, ist die Expedition zu Ende. Letztes Jahr verloren sie in den wilden Wassern ihre Ausrüstung samt Kamera und Generator.

Große Entdeckergeschichte

Mit seiner Besessenheit befindet sich Thierry in guter Gesellschaft. Rückblick auf eine große Entdeckergeschichte, auf Männer im Banne eines Mythos:
Geblendet vom Glauben an eine sagenhafte Goldstadt erobert Pizzaro das mächtigste Reich des alten Amerika. Im 16. Jahrhundert verlieren Konquistadoren wie Jimenez de Quesada und Sebastian de Belalcázar riesige Truppen bei der Suche nach El Dorado, ebenso wie Francisco de Orellana, der so den Amazonas entdeckt. Philipp von Hutten irrt fünf Jahre in den Anden umher und Walter Raleigh, der englische Seefahrer folgt dem Orinoko bis Guayana. Der Mythos überlebt, Hunderte finden den Tod oder bleiben verschollen.

Als der Amerikaner Hiram Bingham 1911 Maccu Piccu entdeckt, wird das Fieber neu angefacht. Die grandiose Felsenstadt der Inka war dem Spürsinn der Spanier Jahrhunderte entgangen. War das El Dorado der Spanier vielleicht das Paititi der Indios? 1955 glaubt der deutsche Hans Ertl dem Rätsel in den bolivianischen Anden auf der Spur zu sein. Lang verborgene Geheimnisse entlockt auch der Amerikaner Gene Savoy bis heute dem Urwald Perus - es sind Chachapoya, keine Inka-Funde. Sein Landsmann Greg Deyermenjian durchsuchte schon dreizehn Mal den Dschungel nach Paititi und gibt nicht auf.

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